Auch 16-Jähriger im Visier der Ermittlungen

Schüsse an Hamburger Schule: Polizei findet Machete und Sprengsätze bei 13-Jährigem

Polizeieinsatz an Hamburger Schule
Nachdem Zeugen Schüsse an einer Hamburger Schule gemeldet haben, suchen Polizisten das Gelände ab.
TV News Kontor

Als die ersten Beamten mit Blaulicht zum Einsatz nahe einer Hamburger Schule fuhren, hörten sie es selbst: Es knallte immer wieder. Ein Zeuge hatte den Notruf gewählt, weil ein Jugendlicher mit einer Waffe in die Luft schoss. Die Polizei sperrte sofort die Umgebung ab und machte sich auf die Suche nach dem Schützen und der Waffe. Inzwischen gerieten zwei Teenager ins Visier der Polizei. Jetzt muss geklärt werden, ob einer oder beide mit den Schüssen zu tun haben könnten.

Hamburg: Polizei findet Waffenarsenal bei 13-Jährigem - aber nicht die Tatwaffe

Wie die Polizei Hamburg auf RTL-Anfrage bestätigte, sollen die Ermittlungen schnell zu einem 13-Jährigen geführt haben. Nach Hinweisen von Mitschülern sahen sich die Einsatzkräfte die Wohnung des Jugendlichen und seiner Familie genauer an und trafen den Jungen zuhause an. Die Beamten fanden eine Schreckschusswaffe, eine Machete und selbstgebaute Sprengsätze (vergleichbar mit Rohrbomben) bei dem Schüler.

Nach vorläufigem Stand der Ermittlungen soll der 13-Jährige aber nicht für die Schüsse nahe der Stadtteilschule Süderelbe in Neugraben-Fischbek verantwortlich sein, sagte ein Polizeisprecher im RTL-Interview. Offenbar kommt keine der Waffen aus seiner Wohnung als mögliche Tatwaffe in Betracht. Außerdem ist unklar, ob die entdeckten Waffen wirklich dem Jugendlichen gehören oder einem anderen Familienmitglied. Die Ermittlungen, ob Verstöße gegen das Waffengesetz vorliegen, laufen noch.

Könnte ein 16-Jähriger geschossen und die Waffe versteckt haben?

Die Beamten identifizierten aber noch einen weiteren Verdächtigen: Nach Polizeiangaben fokussieren sich die Ermittlungen nun auf einen 16-Jährigen, der nach einem Hinweis in der Schule gefunden wurde. Auch ihm stattet die Polizei einen Besuch zuhause ab. In der Wohnung des Teenagers konnten aber keine Waffen gefunden werden. Die Polizei muss nun die Frage klären, womit genau der 16-Jährige geschossen haben könnte und was danach mit der Waffe passiert ist. Wurde sie versteckt?

Bei der Tatwaffe handelt es sich laut Polizei höchstwahrscheinlich um eine Schreckschusswaffe. In der Nähe der Schule wurden entsprechende Patronenhülsen gefunden. Eine konkrete Gefahr für die Lehrkräfte oder die Jugendlichen an der Schule habe aber nicht bestanden, so die Polizei. Es sei niemand verletzt worden und der Schulbetrieb habe normal weiterlaufen können. (jgr, mit dpa)