Schreiben statt Telefonieren: Darum schwächen WhatsApp und Co. unsere Persönlichkeit

04. März 2018 - 17:49 Uhr

Viele Jugendliche können gar nicht mehr telefonieren

Noch vor wenigen Jahren hat man das Handy viel öfter dafür benutzt, um miteinander zu sprechen, sich zu verabreden oder sein Herz auszuschütten. Mit der Erfindung von WhatsApp, Facebook Messenger und Co. kommunizieren Jung und Alt heute jedoch viel lieber über kostenlose Textnachrichten und den dazugehörigen Emojis. Geht es einem schlecht, verschickt man ein trauriges Gesicht. Ist etwas besonders schön, tendieren User zu einem Herzchen oder einem lachenenden Gesicht. Eine clevere Erfindung, finden viele. Doch Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Tippen anstatt Reden zu einer Schwächung der Persönlichkeit führt.

Telefonieren ist out

Egal wohin man schaut, in Einkaufsstraßen, in der Bahn oder gefährlicherweise im Auto: Überall starren Menschen auf ihre Smartphones. Die wenigsten telefonieren jedoch. Viel lieber wird mit beiden Daumen auf die Tastatur getippt und dabei handelt es sich nicht nur um ein Jugendphänomen!

War man früher frisch verliebt, konnte man nicht einfach auf Smileys zurückgreifen, die man sich gegenseitig zuschickte. Man musste dem anderen seine Gefühle sagen. Dazu benutzte man entweder das eigene Telefon, eine Telefonzelle oder später das Handy. Heute verschicken Menschen viel lieber Bildchen und schreiben sich, was sie fühlen. Einfacher ist das in der Tat, aber nicht unbedingt förderlich und auch nicht ganz so persönlich wie ausgesprochene Worte, findet Kommunikationsforscher Gerald Lembke.

Tippen anstatt Reden hat negative Folgen

Wie Kommunikationsforscher herausgefunden haben, kann der Schreib-Trend viele negative Folgen mit sich bringen. Mal abgesehen davon, dass durch Textnachrichten viel mehr Missverständnisse entstehen als durch ausgesprochene Worte, verlernen Jugendliche die Regeln des Miteinander-Sprechens. Dabei sei es besonders im späteren Berufsleben wichtig, miteinander zu reden oder Dinge zu erklären.

Durch ständige Nachrichten muss man heutzutage zudem nicht mehr auf Gestik und Mimik seines Gegenübers achten - diese Aufgabe übernehmen schließlich die Emojis. Dass es dadurch im späteren Leben zu Verständnisproblemen kommen kann, weil man nicht mehr lernt, Stimmungen richtig zu interpretieren, sei sehr wahrscheinlich.

Als Fazit lässt sich also festhalten: Weniger Tippen, aber dafür mehr miteinander sprechen, fördert Beziehungen jeglicher Art und stärkt unsere Rhetorik-Fähigkeiten.

Wenn Sie neugierig sind, wie viele Nachrichten, Bilder und Anrufe Sie bereits mit WhatsApp verschickt haben, gehen Sie unter 'Einstellungen' auf 'Datennutzung' -> 'Netzwerknutzung' und lassen Sie sich überraschen!