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Schock-Zahlen aus Berlin: Alle zehn Stunden eine Vergewaltigung

Schock-Zahlen der Polizei

Alle zehn Stunden eine Vergewaltigung in Berlin

In der Bundeshauptstadt Berlin wird statistisch gesehen alle zehn Stunden eine Person Opfer einer Vergewaltigung.
In der Bundeshauptstadt Berlin wird statistisch gesehen alle zehn Stunden eine Person Opfer einer Vergewaltigung.
jst hpl jol ili gfh, dpa, Julian Stratenschulte

Berlin: Auch mehrere Kinder unter den Vergewaltigungsopfern

Es sind schockierende Zahlen, die am Montag publik wurden. In der Bundeshauptstadt Berlin wird statistisch gesehen alle zehn Stunden eine Person Opfer einer Vergewaltigung – und das sind nur die offiziellen Zahlen, denn nicht jede Tat wird auch angezeigt.

Die meisten Vergewaltigungen in Wohnhäusern

Wie die „B.Z.“ am Montag berichtet, zählte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr 871 Opfer einer Vergewaltigung. Davon seien zwölf unter 14 Jahre, 19 über 60 Jahre. Erfasst seien insgesamt 561 Tatverdächtige, darunter ein Kind und 17 Personen kurz vor dem Rentenalter oder älter. 51 Tatverdächtige seien in der Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahre. Die meisten Täter, insgesamt 156, seien zwischen 30 und 40 Jahre. Dies geht aus einer AfD-Anfrage an den Innensenat hervor.

Erschreckend ist auch die Auflistung der Tatorte der Sexual-Delikte. Mit Abstand werden die meisten Vergewaltigungen in Wohnhäusern (386) verübt, gefolgt von Diskotheken (28), Parks (28) und Hotels (28). Zwölf sexuelle Übergriffe wurden sogar in Krankenhäusern angezeigt, drei in Schulen und Strebergärten. Auf der Straße wurden 13 Menschen Opfer einer Vergewaltigung.

Mehr Gruppenvergewaltigungen in Berlin

Laut „B.Z.“ haben die meisten Täter einen deutschen Pass, 256 der Tatverdächtigen waren keine Deutschen. In 43 Fällen handelten sie nicht allein, schreibt die Zeitung.

Auch das Phänomen der Vergewaltigung durch mehrere Personen nimmt offenbar zu: Der bisherige Höchststand von Gruppenvergewaltigungen lag im Jahr 2014 (82 Fälle), 2019 gab es einen Anstieg auf 94.

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Es vergeht also kaum ein Tag, an dem in Berlin keine Vergewaltigung stattfindet, das ist erschreckend und alarmierend. Die Behörden vermuten, dass die Dunkelziffer weit höher ist, denn viele Sexual-Delikte werden nicht angezeigt, oft aus Angst oder Scham. In vielen Fällen ist es auch kein Wildfremder, der eine Frau überfällt: "Etwa zwei Drittel aller sexuellen Übergriffe finden im näheren sozialen Umfeld der Frau statt", erklärt Sigrid Bürner vom Notruf für Frauen in Kiel.

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