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Sachsen: Frau bestellt Killer für neue Freundin ihres Mannes im Darknet und fliegt auf

Warum ihr Plan scheiterte

"Muss wie ein Unfall aussehen": Frau bestellt im Darknet Killer für neue Freundin ihres Mannes

Im Sachgebiet Schußwaffen des LKA Brandenburg in Berlin wird für die Funktionsprobe einer Pistole ein Schuß abgegeben (Aufnahme vom 15.4.1998). Die Gewinnung von Geschoß und Hülse als Vergleichsmaterial dient der Ermittlung einer Tatwaffe. Da der bei
Frau bezahlte für Auftragsmord im Darknet - und flog auf (Symbolbild)
picture-alliance / dpa, Jens Kalaene

Plan flog nur durch Zufall auf

Eifersucht soll eine Frau aus Sachsen dazu getrieben haben, einen Mord im Darknet in Auftrag zu geben. Wie der „Spiegel“ berichtet, habe die 41-Jährige am 23. Februar 2021 für den Mord 9.000 Dollar in Bitcoin überwiesen. Im Gegenzug sollte ein Auftragsmörder die Neue des Ex-Mannes ermorden. Nur durch einen Zufall konnte die Tat verhindert werden.

Ein bis zwei Wochen für einen Mord

Ina R. sollen Wut, Neid und Eifersucht geplagt haben, heißt es in dem Bericht. Offenbar konnte die Sächsin nicht ertragen, dass ihr getrennt lebender Mann mit einer neuen und jüngeren Partnerin eine Beziehung eingegangen war. Unter dem Nutzernamen „Kjm4m“ soll die 41-Jährige im Darknet den Mord an der 23-Jährigen beauftragt haben. Ihr Darknet-Kontakt habe geantwortet: „Lass mich wissen, wie du es erledigt haben willst“.

Auch hier soll die Deutsche nicht gezögert und genaue Anweisungen gegeben haben: "Es muss wie ein Unfall aussehen". Dann habe die Verflossene ihre Nebenbuhlerin so explizit beschrieben, dass sie auch eindeutig zu identifizieren gewesen sei. Die Antwort lautete wohl: „Wir brauchen gewöhnlich ein bis zwei Wochen und schicken dir dann einen Beweis“.

Ina R. drohen zwischen drei und 15 Jahren Knast

Im Rahmen aktueller journalistischer Recherchen stieß der „Spiegel“ auf den potentiell tödlichen Auftrag. Und entschied sich eigenen Angaben zufolge, diese in diesem besonderen Fall an die Behörden weiterzuleiten, da dem mutmaßlichen Opfer eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben drohte. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelte, nahm die 41-Jährige am 26. Februar fest. Ina R. sitzt seit fast vier Monaten in Untersuchungshaft. Der Beschuldigten könnten im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren drohen. Im Herbst soll voraussichtlich der Prozess wegen der versuchten Anstiftung zum Mord beginnen.

Gegen den oder die unbekannten Betreiber der Seite wird ebenfalls ermittelt. Bisher ist es weltweit aber noch nie gelungen, die Identität von Betreibern einer Darknet-Plattform für Auftragsmorde aufzudecken. Auch unklar sei, ob der Mord auch tatsächlich stattgefunden hätte, oder ob am Ende die Auftragsmörderin einfach ohne Gegenleistung abgezockt worden wäre. (mca)