Quasi-Lockdown für Ungeimpfte

Saarland verschärft Corona-Maßnahmen: Ungeimpfte dürfen nur noch eine andere Person treffen!

30. November 2021 - 10:02 Uhr

Ungeimpfte dürfen nur noch eine weitere Person treffen

Das Saarland schärft bei den Corona-Maßnahmen nach! Vor allem für Ungeimpfte soll es im Alltag erhebliche Einschränkungen geben. Das hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans in seiner Regierungserklärung bekanntgegeben. Dies sei nur folgerichtig, nachdem man allen Saarländerinnen und Saarländern ein Impfangebot unterbreitet habe.

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Was gilt für Ungeimpfte im Saarland?

  • Für Ungeimpfte gilt demnach künftig im öffentlichen und privaten Raum: Nur noch ein Haushalt plus eine nicht diesem Haushalt angehörige Person dürfen sich treffen.
  • ABER: Für Geimpfte, Genesene, Schüler sowie Kinder unter sechs Jahren gilt diese Regelung nicht.

Lese-Tipp: Spahn fordert neue Kontaktbeschränkungen

Was gilt für Geimpfte und Genesene?

  • Auch Geimpfte und Genesene müssen sich künftig in einigen Bereichen testen lassen: Zum Beispiel in der Gastronomie. Es gilt 2G-plus in Hotels, Restaurant und körpernahen Dienstleistungen,
  • Außerdem gilt 2G-plus für Freizeiteinrichtungen wie Schwimm- und Spaßbäder, Thermen und Saunen, für jegliche sportliche Betätigung in Innenräumen und für alle kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen.
  • Die 2G-Regelung (geimpft und genesen) wird eingeführt für Freizeitaktivitäten im Außenbereich wie etwa in Freizeitparks, bei kulturellen Betätigungen in Gruppen, bei der Teilnahme am Freizeit- und Amateursportbetrieb, ebenso in Tanzschulen, in Fitnessstudios und auch der Außengastronomie. Außerdem gilt 2G auch in den Ladenlokalen.

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"Können nicht ausschließen, dass Karten neu gemischt werden"

Im Hinblick auf die neue Corona-Variante Omikron, die Deutschland in Atem hält, sagte Ministerpräsident Hans: "Wir können nicht ausschließen, dass die Karten jetzt ganz neu gemischt werden, dass wir es in den kommenden Monaten mit einer anderen, gegebenenfalls sogar schlimmeren Pandemie zu tun haben werden."

Die Entscheidung, massive Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte einzuführen, begründete Hans unter anderem so: "Auch wenn die Pandemie zurzeit nicht ausschließlich eine der Ungeimpften ist, so steht doch fest: Die Infektionsdynamik geht von denen aus, die sich der Impfung verweigern beziehungsweise zu lange verweigert haben."

Auch im größten Bundesland will man die Corona-Maßnahmen jetzt nachschärfen, wie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst verkündet hat.

"Können nicht warten bis ein neuer Kanzler gewählt wird"

Bei den anstehenden Entscheidungen des Landeskabinetts wird es den Informationen zufolge insbesondere um Großveranstaltungen und weitere Orte mit besonderem Infektionsrisiko gehen. In Deutschland hat unter anderem die Debatte Fahrt aufgenommen, ob angesichts steigender Infektionszahlen weiterhin Zuschauer in Sportstadien erlaubt werden sollten.

Auch Arne Braun, Regierungssprecher in Baden-Württemberg hat bereits angekündigt, dass im Profifußball Geisterspiele kommen würden.

NRW-Ministerpräsident Wüst fordert derweil ein bundeseinheitliches Vorgehen: "Die Lage erfordert zügiges entschlossenes und vor allem geschlossenes Handeln. Die Wissenschaft liefert klare Empfehlungen und die Ausbreitung Corona-Variante Omikron führt hoffentlich jedem vor Augen, dass wir keine Zeit mehr verlieren können", stellte Wüst klar und sagte weiter: "Wir können nicht warten, bis ein neuer Kanzler gewählt wird. Daher braucht es diese Abstimmung in den nächsten Tagen - am besten schon morgen." Ähnliche Appelle sind auch aus der Wissenschaft zu hören.

Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs fordert flächendeckenden Lockdown

Der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs sagt: "Wir brauchen das Umsetzen der 2G und 2G-plus Regeln für fast alle Bereiche des Öffentlichen Lebens und das eben ganz stringent", sagt er im Interview mit RTL. Aber: Auch das werde nicht unbedingt reichen. "Letztendlich läuft das ganze dann auf einen flächendeckenden Lockdown hinaus, den wir jetzt auch vor Weihnachten einsetzen sollten, denn wenn wir damit länger warten – mit diesen starken Kontakteinschränkungen – dann werden wir immer höher gehen mit dieser vierten Welle. Wir sind noch nicht auf dem Peak, aber wir müssen sie unbedingt brechen, wenn wir die Situation im Gesundheitswesen ansehen." (xst, dpa, rtrs)