Havarie auf dem Rhein

Auf Felsen aufgelaufene Yacht am Lorcher Werth wird geborgen

Experten bergen die Yacht auf dem Rhein. 
Foto: Fritz Demel
Experten bergen die Yacht auf dem Rhein. Foto: Fritz Demel
© RTL

17. September 2021 - 15:08 Uhr

Von Fahrrinne abgekommen

Eine 10 Meter lange Motor-Yacht war am Mittwoch auf dem Weg von Worms nach Koblenz auf dem Rhein unterwegs. Am so genannten Lorcher Werth, einer kleinen Insel mitten im Fluss bei Rüdesheim, kam der Bootsführer zu nah ans Ufer. Sein Plan war ursprünglich, die Insel im Hauptfahrwasser zu umfahren. Durch die starke Strömung in diesem Bereich setzte sich das Boot aber an einem Felsen außerhalb der Fahrrinne fest – ein Fahrfehler, wie die Wasserschutzpolizei Rüdesheim heute im Gespräch mit RTL sagte. Die beiden Passagiere wurden unverletzt gerettet.

Schwierige Bergung

Durch die Schieflage drang Wasser ins Bootsinnere. Foto: Fritz Demel
Durch die Schieflage drang Wasser ins Bootsinnere. Foto: Fritz Demel
© RTL

Auf Grund der besonderen Gegebenheiten vor Ort sowie der Bootsgröße konnte am Unfalltag keine Bergung stattfinden. Heute kamen ein Spezialkran und ein Bagger zum Einsatz. Da die Yacht stark in Schieflage geraten war, drang Wasser über die Seitenfenster in das Bootsinnere ein. Das Expertenteam musste also während der gesamten Bergung permanent das nachlaufende Wasser aus der havarierten Yacht pumpen. Dadurch richtete sich das Boot wieder auf und konnte abgeschleppt werden. "Jede Bergung ist individuell und stellt das Bergungsteam vor eine besondere Herausforderung", sagte die Wasserschutzpolizei Rüdesheim gegenüber RTL. Das Boot hatte keinen Stahl-, sondern einen Kunststoffrumpf. Deshalb bestand die Gefahr, dass beim Herunterziehen des Bootes vom Felsen, dieser beschädigt wird und das Boot auf Grund läuft, so die Wasserschutzpolizei weiter. Über sechs Stunden dauerte die aufwändige, aber erfolgreiche Bergung. Das Boot liegt jetzt in der Werft in Bingen und wird auf mögliche Schäden untersucht.

Erst informieren, dann losschippern

Die Yacht wird nach Bingen in die Werft gebracht. Foto: Fritz Demel
Die Yacht wird nach Bingen in die Werft gebracht. Foto: Fritz Demel
© RTL

Den Bootsführer wird die Bergung seiner Yacht teuer zu stehen kommen. Denn die Versicherung springt dafür nicht ein. Mit mehreren tausend Euro sei zu rechnen, war von der Wasserschutzpolizei zu erfahren. In dieser Woche war es bereits der dritte Sportbootunfall auf dem Rhein, dessen Ursache auf einen Fahrfehler, bedingt durch mangelnde Ortskenntnisse, zurückzuführen war. Deshalb rät die Wasserschutzpolizei, dass sich Ortsunkundige vorher über die speziellen Gegebenheiten der Flüsse und Gewässer informieren, entweder bei ortsansässigen Vereinen oder bei der jeweils zuständigen Wasserschutzpolizei. (api)