Um Innenstädte zu retten

Rossmann-Chef fordert Sondersteuer für Online-Shopping

Ein Schild mit dem Logo von Rossmann.
Ein Schild mit dem Logo von Rossmann.
© deutsche presse agentur

02. August 2021 - 11:58 Uhr

Filialsterben in Innenstädten aufhalten

Sind die Innenstädte noch retten? Immer weniger Kunden, hohe Mieten und dann noch die Lockdown-Monate: Viele Unternehmen schließen bereits reihenweise Filialen und verlagern ihr Geschäft ins Internet. Um das Filialsterben aufzuhalten, verlangt jetzt der Chef der Drogeriekette Rossmann eine Sondersteuer für Online-Riesen wie Amazon.

Paketsteuer oder höhere Mehrwertsteuer für Onlinehandel

Die Drogeriekette plädiert für eine Art Sondersteuer für die großen Onlinehändler wie Amazon, um die Innenstädte vor dem Ausbluten zu bewahren.

Das "Handelsblatt" zitiert den geschäftsführenden Gesellschafter Raoul Roßmann mit dem Vorschlag, beispielsweise eine Paketsteuer oder höhere Mehrwertsteuersätze für Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil im Onlinehandel zu erheben.

Großburgwedel, Wirtschaft, Raoul Roßmann ist ein deutscher Unternehmer und Sohn von Dirk Roßmann, dem Gründer und Geschäftsführer der inhabergeführten Drogeriemarktkette Rossmann. *** Großburgwedel, Economy, Raoul Roßmann is a German entrepreneur and
Rossmann-Chef Raoul Roßmann.
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"Wenn ich für ein online bestelltes Paket fünf Euro mehr bezahlen muss als wenn ich die Produkte stationär erwerbe, dann überlege ich genau, ob es mir das wert ist", erläutert er. "Wir brauchen Hürden für den Onlinehandel, insbesondere für die ganz großen Player wie Amazon, wenn wir das Gut der Innenstädte schützen wollen." Dies sei die einzige Lösung, "die uns davor bewahrt, Milliarden in die Innenstädte zu pumpen, beispielsweise um künstlich Mieten zu reduzieren".

Durch die Corona-Pandemie haben sich die Probleme des stationären Handels verschärft: So musste Galaria Karstadt Kaufhof jede dritte Filiale schließen, auch die Modeketten H&M und Zara reduzieren ihr Filialnetz und schließen zahlreiche Standorte. (reuters/aze)