Grünen-Chef greift Landwirtschaftsministerin an

Robert Habeck: Klöckner war es mit Tierwohllabel "nie ernst"

Robert Habeck bei einer Pressekonferenz nach Beratungen des Parteirats Bündnis 90/Die Grünen zum Umgang mit dem Parteimi
Robert Habeck bei einer Pressekonferenz nach Beratungen des Parteirats Bündnis 90/Die Grünen zum Umgang mit dem Parteimi
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17. Juni 2021 - 12:28 Uhr

Tierwohllabel gescheitert

Ein staatliches Tierwohl-Label ist jüngst für diese Amtszeit der Regierung gescheitert. Robert Habeck wirft der Bundeslandwirtschaftsministerin nun vor, dass es ihr "nie ernst" gewesen sei mit dem Tierwohllabel. Der Beef ums Fleisch beginnt. Es ist Wahlkampf…

Mit einem süßen kleinen Schweinchen auf dem Arm greift Robert Habeck auf Instagram an: "Das Scheitern des sogenannten Tierwohllabels ist der letzte Beweis dafür, dass es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nie ernst war, für mehr #Tierschutz zu sorgen", schreibt er zum Schweinchen-Foto. Er wirft Klöckner vor, "nicht nur den Tieren", sondern auch "den Bäuerinnen und Bauern, die dringend Planungssicherheit brauchen" zu schaden.

Zuvor war bekannt geworden, dass das lange geplante Tierwohlkennzeichen bis zur Bundestagswahl nicht mehr zustande kommt. Das hatten die Koalitionsfraktionen von Union und SPD vor der letzten regulären Parlamentswoche deutlich gemacht. Das Kabinett hatte Gesetzespläne von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) für eine Kennzeichnung auf freiwilliger Basis bereits 2019 auf den Weg gebracht - seitdem steckten sie im Bundestag fest.

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Habeck fordert Systemwechsel in der Landwirtschaft

Der Streit über mehr Tierwohl beim Einkauf wird jetzt zum Wahlkampfthema. Habeck fordert einen Systemwechsel in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft sei eine "zentrale Stellschraube bei der Bekämpfung der #Klimakrise", so Habeck auf Instagram.

Die Lösung aus Sicht der Grünen: Es brauche eine "gezielte Umbauförderung, die durch einen Tierschutz-Cent auf tierische Produkte finanziert wird." Außerdem eine "verpflichtende Haltungskennzeichnung". Die Grünen wollen gegen Dumpingpreise, den Verkauf von Lebensmitteln unter Erzeugerpreisen und die Konzentration in der Lebensmittelbranche vorgehen. (eku)

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