Guter Schutz kostet nur 20 Euro im Monat

Risikolebensversicherungen im Test: Finanzielle Absicherung für Angehörige

Eine Risikolebensversicherung ist ein wichtiger Schutz für Familien.

21. Januar 2020 - 14:43 Uhr

Finanztest überprüft 37 Tarife

Angehörige für den Fall des eigenen Todes finanziell mit einer Risikolebensversicherung abzusichern, muss nicht teuer sein und ist für Familien, Immobilienkäufer oder Alleinerziehende sinnvoll. Bei den Angeboten gibt es jedoch enorme Preisunterschiede, wie Finanztest festgestellt hat.

Große Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern

Wer seine Angehörige im Todesfall absichern möchte, braucht keine Kapitallebensversicherung. Vielmehr ist eine Risikolebensversicherung gefragt. Anders als eine Kapitallebensversicherung zahlt sie nichts aus, wenn der Kunde am Laufzeitende noch lebt, sondern nur im Todesfall des Versicherten. Dafür kostet sie aber auch nur etwa ein Zehntel.

Eine aktuelle Finanztest-Untersuchung von 37 Tarifen zeigt, dass ein guter Schutz günstig zu haben ist. Demnach kann sich eine 35-Jährige mit einer Versicherungssumme von 250.000 Euro schon für 20 Euro monatlich 30 Jahre lang versichern. Aber es gibt bei der Risikolebensversicherung enorme Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. So kosten teure Policen mitunter fast dreimal so viel wie günstige. "Dabei sind die Unterschiede in den Leistungen eher gering", so die Expertin der Stiftung Warentest, Annegret Jende. Wer eine Police sucht, kann also beruhigt in erster Linie auf den Preis schauen.

Versicherungssumme soll im Todesfall Angehörige absichern

Grundsätzlich gilt bei Risikolebensversicherungen, dass die Versicherungssumme hoch genug sein sollte, um damit im Todesfall die Angehörigen finanziell abzusichern. Als Faustregel gilt hier, das Jahresbruttoeinkommen mit dem Drei- bis Fünffachen zu multiplizieren. Wer ein Darlehen laufen hat, sollte dies zusätzlich obendrauf rechnen. Verdient ein Hauptverdiener also zum Beispiel pro Jahr 50.000 Euro, so sollte die Versicherungssumme bei 250.000 Euro liegen. Hat er ein Darlehen über 25.000 Euro aufgenommen, wären es 275.000 Euro.

In der Regel können Versicherte nur bei einem konkreten Anlass die Versicherungssumme anpassen. Als Gründe zählen hier meist Ereignisse wie Hochzeit, Geburt eines Kindes oder eine Gehaltserhöhung. Nur bei wenigen Versicherern ist eine Anpassung auch ohne Anlass möglich.

Raucher zahlen oft deutlich mehr

Zu beachten ist allerdings, dass die Versicherungen oft Aufschläge für Risikofaktoren verlangen. Hierzu zählt auch der Gesundheitszustand. Der entsprechende Fragebogen ist unbedingt wahrheitsgemäß auszufüllen. Werden Leiden verschwiegen, kann der Versicherer später die Leistung verweigern. Zudem können gefährliche Berufe, das Alter und das Gewicht die Höhe der Beiträge beeinflussen. Für Raucher sind die Beiträge laut "Finanztest" mitunter dreimal so hoch wie für Nichtraucher. Bei gefährlichen Hobbys verlangen einige Versicherer keinen Zuschlag, andere schon.

Bei besonders hohen Versicherungssummen ab 300.000 Euro verlangen manche Anbieter zudem ein ärztliches Gutachten.

Besonders günstig versichern kann sich etwa ein 35-Jähriger bei der Europa. Der Tarif "E-RL (Standard)" ist für einen Jahresbeitrag von 245 Euro zu haben, bei einer Laufzeit von 30 Jahren und einer Versicherungssumme von 250.000 Euro.

Ein 55-Jähriger muss dagegen bei einer Laufzeit von 10 Jahren und einer Versicherungssumme von 200.000 Euro beim günstigsten Anbieter, Huk24, für den Tarif "RLV Classic" schon 429 Euro jährlich berappen.