Rewe-Einkaufschef

Lebensmittelhersteller erhöhen die Preise in Deutschland besonders stark

Rewe deutscher Supermarkt Logo an der Fassade das Lebensmittel Einzelhandel Geschäftes
In Deutschland fallen laut Rewe die Preiserhöhungen besonders hoch aus.
Michael Bihlmayer, picture alliance

Die Preise in den Supermärkte steigen auf breiter Front. Aber sind die Preiserhöhungen auch gerechtfertigt? Nach Edeka legt jetzt auch Rewe nach und klagt an: Viele Hersteller nutzen die derzeitige Lage aus und erhöhen die Preise, um ihre Gewinne zu maximieren.

Lebensmittelhersteller nutzen Situation aus "um ihre Gewinne zu maximieren"

Im Gespräch mit der „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) wirft der Einkaufschef der Rewe Group den großen Herstellern Preistreiberei vor. "Viele Lieferanten wollen die aktuelle Situation ausnutzen, um ihre Gewinne zu maximieren", sagt Hans-Jürgen Moog. Die Preise werden stärker erhöht, als die Kosten tatsächlich steigen – und das treibe die Inflation weiter hoch.

Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog
Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog beklagt Preistreiberei bei Lebensmittelhändler.
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In Deutschland werden die Preise offenbar besonders stark erhöht. Wie der Rewe-Einkaufschef in der LZ berichtet, liegen bei der Rewe Group eine ganze Reihe von Preiserhöhungen auf dem Tisch, die es international nicht gebe. Der Manager nennt dafür ein Beispiel: Ein Hersteller habe dem Konzern in Frankreich eine Preiserhöhung von 6 Prozent vorgelegt und in Deutschland von 30 Prozent, obwohl die gleichen Rohstoffe genutzt werden und die Produkte aus denselben Produktionsstätten stammen.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka klagte ebenfalls über Preistreibereien globaler Markenhersteller. Auch hier lautet der Vorwurf: Die Konzerne hätten ihre zuletzt ohnehin hohen Gewinnspannen sogar noch ausgebaut.

Hans-Jürgen Moog wollte in dem Gespräch keine Name nennen. Tatsache ist aber: Hersteller wie Nestlé, Unilever oder Danone machen sehr gute Geschäfte und legten für das erste Halbjahr 2022 Milliardengewinne vor. (aze)

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