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Erlösung oder der reinste Horror?

Studie zeigt: Rente führt dazu, dass manche Menschen früher sterben

Zwei Rentner-Freunde haben Spaß am Leben.
Zwei Rentner-Freunde haben Spaß am Leben.
© imago images / Westend61, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

06. August 2019 - 10:04 Uhr

Was mache ich jetzt bloß?

Die Rente! Endlich die Füße hochlegen, Fünfe gerade sein lassen, in den Tag hinein leben. Für die einen klingt das himmlisch - für die andere ist es Horror. Wer sein Leben lang geschuftet hat, harte Jobs auf dem Bau oder der Putzkolonne erledigt hat, für den ist der Ruhestand oft eine Erlösung. Wer dagegen Freude am Beruf hatte, gerne zur Arbeit gegangen ist, den beschleicht eher die angstvolle Frage: Was mache ich jetzt bloß?

Eine Studie hat nun gezeigt, dass es dabei sogar um Leben und Tod geht. Ja, wirklich: Denn die Rente führt dazu, dass mehr Menschen als normal in ihrer Altersgruppe sterben - oder zum Gegenteil. Kurz gesagt: Von denen, die sich auf die Rente freuen, sterben weniger. Von denen, die die die Arbeit vermissen, sterben mehr. Darüber berichtet die "Süddeutsche Zeitung" - sie zitiert aus den Forschungen von Matthias Giesecke vom RWI-Institut für Wirtschaftsforschung.

Froh, dass es vorbei ist

Aber jetzt nochmal langsam. Folgendes fand der Experte heraus: Wenn Männer mit 63 in Rente gehen, sinkt die Sterblichkeit um ein bis drei Prozent. Heißt: Von 100 Männern sterben bis zu drei weniger als im Bundesdurchschnitt in dieser Altersgruppe. Kein großer Effekt, aber nachweisbar. Die meisten in dieser Gruppe sind die Malocher, diejenigen, die Knochenjobs hatten und froh sind, dass es vorbei ist.

Anders sieht es bei denen aus, die besser verdient haben - mehr als 30.000 Euro zum Beispiel. Sie hatten oftmals eine Stelle bei der Stadt, in der Verwaltung oder anderswo beim Staat. Wenn sie mit 65 in Rente gehen, sterben überdurchschnittlich viele von ihnen. Bei Männer steigt die Sterberate um drei, bei Frauen sogar um viereinhalb Prozent! Das liegt laut "Süddeutsche" daran, dass diesen Leuten die Arbeit fehlt. Zum Beispiel das Ansehen, das diese mit sich brachte. Oder die netten Kollegen. Zu Hause warten dann stattdessen Langeweile und Einsamkeit.

Manche Rentner sind einfach froh, dass sie nun ihre Freizeit genießen können.
Manche Rentner sind einfach froh, dass sie nun ihre Freizeit genießen können.
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Manchen setzt das so sehr zu, dass sie den Lebensmut verlieren, krank werden und im Extremfall sogar sterben. Doch das muss nicht so sein - wer in Teilzeit weiter arbeitet oder vielleicht ein Ehrenamt übernimmt, hat wieder etwas zu tun und fühlt sich nicht so nutzlos. Auch Sport lässt diese Gefahr verschwinden. Und überhaupt: Viel gefährlicher als die Rente sind sowieso Alkohol und Zigaretten. Die erhöhen die Sterberate viel mehr.

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