Wovon Sie besser die Finger lassen sollten...

Dosentomaten, Fertigmüsli und Würstchen: Das würden Ernährungsexperten niemals essen!

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08. Juni 2020 - 10:02 Uhr

Von RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder

Gummibärchen, Burger oder Chips: Daran denken viele, wenn es um die Frage geht, welche Lebensmittel wohl besser nicht täglich auf dem Speiseplan stehen sollten. Dabei gibt es auch eine ganze Reihe an Lebensmitteln, die wohl die Wenigsten in die Kategorie "ungesund" einordnen würden. Diese acht Lebensmittel sollten Sie kritisch unter die Lupe nehmen.

Müsli ist nicht gleich Müsli

Müsli gilt nach wie vor als gesund. Und das stimmt auch – wenn man das richtige Müsli wählt. Viele setzen Müsli jedoch gleich mit Frühstücksflocken wie Corn- oder Reisflakes, Schokopops oder sonstigen Flakes mit Schokostücken oder Zuckertopping. Diese wie auch viele fertige Müslimischungen bestehen jedoch zu einem großen Teil – oft zu mindestens einem Viertel - aus Zucker, welcher den Insulinspiegel in die Höhe schießen lässt. Diese stark zuckerhaltigen Cerealien liefern unserem Körper zwar schnell Energie, der Blutzuckerspiegel fällt aber genauso schnell wieder ab. Die Folge: Wir haben kurz nach dem Frühstück schon wieder Hunger.

Gesunde Alternative: Wählen Sie ein Fertigmüsli aus Vollkorngetreide und ohne Zuckerzusatz. Alternativ können Sie Ihr Müsli aus Vollkornhaferflocken, Nüssen (Walnüsse, Paranüsse), Samen und Kernen (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pistazien) auch selber mischen und mit frischen Früchten je nach Lust und Laune toppen. Vollkornprodukte versorgen den Körper mit wichtigen Mineralstoffen wie Calcium, Eisen, Kalium und Magnesium. Außerdem sind sie reich an den sogenannten B-Vitaminen (Vitamin B1, B2, B6 und Niacin). Der hohe Vollkorngehalt sorgt außerdem für einen konstanten Blutzuckerspiegel, die enthaltenen Ballaststoffe kurbeln die Verdauung an und beide zusammen sorgen für eine langanhaltende Sättigung.

Light-Produkte machen Lust auf mehr

Dass in Fruchtjoghurt vieles enthalten ist, aber kaum Früchte, ist seit längerem bekannt. Auch, dass der Zuckergehalt in den meisten Joghurts sehr hoch ist. Viele greifen deshalb zu Light-Produkten – in der Annahme, Ihrem Körper damit etwas Gutes zu tun und vor allem, um Zucker und damit Kalorien einzusparen. Dies ist jedoch leider zu kurz gedacht: In Light-Produkten wird der Zucker größtenteils durch Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe ersetzt.

Sobald unsere Zunge etwas Süßes schmeckt, stellt sich unser Körper auf Zucker ein und schüttet Insulin aus, um den erwarteten Zucker abzubauen. Da Süßstoff und Co. aber sogenannte leere Kalorien liefern und das im Blut zirkulierende Insulin folglich nichts hat, was es abbauen kann, baut es alternativ den Blutzucker ab. Folglich kommt es zu einer Unterzuckerung. Dem wirkt der Körper entgegen, indem er uns "Hunger" signalisiert. Die Folge: Die Kalorien, die Sie beim Verzehr des Bechers Light-Joghurt eingespart haben, haben Sie durch den anschließenden Verzehr des Schokoriegels infolge der Heißhungerattacke gleich doppelt und dreifach wieder drauf. Das gilt übrigens auch für andere Light-Produkte wie beispielsweise Softdrinks.

Gesunde Alternative: Wenn süß, dann auch richtig. Genießen Sie besser bewusst die zuckerhaltige Variante anstelle des Light-Ersatzes. Trinken Sie also besser ein Glas "richtige" Cola als eine Flasche Cola light, auch wenn die Kalorienbilanz des Light-Produkts auf den ersten Blick deutlich besser aussieht.

Sie möchten weniger Zucker essen? Hier geben wir acht alltagstagliche Tipps für eine zuckerarme Ernährung.

Fertigkuchen und -kekse

Abgesehen davon, dass Backen wesentlich mehr Spaß macht: Kuchen und Kekse aus dem Supermarktregal enthalten viel Zucker und gesättigte Fettsäuren. Aber nicht nur das: Sie enthalten auch jede Menge Konservierungsstoffe, die dafür sorgen, dass die Kuchen feucht und saftig bleiben – und das über Monate.

Gesunde Alternative: Backen Sie selbst. Bei den meisten Rezepten können Sie übrigens getrost etwa ein Drittel der angegebenen Zuckermenge ersatzlos streichen. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch.

Salatdressing aus der Flasche? Besser nicht!

Zu einem guten Salatdressing benötigen Sie Essig und Öl, eine Prise Salz und Pfeffer und je nach Geschmack einen Teelöffel Senf, etwas Honig oder Joghurt. Viele Salatdressings aus der Flasche enthalten aber darüber hinaus viel Zucker. Bei fettreduzierten Salatsoßen ist es übrigens noch mehr als bei den herkömmlichen.

Gesunde Alternative: Mischen Sie Ihr Salatdressing selbst, am besten als klassische Vinaigrette (Essig und Öl). Essig sorgt für einen konstanten Blutzuckerspiegel, Öl (zum Beispiel Olivenöl) versorgt den Körper mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen.

Reiswaffeln machen weder satt, noch sind sie besonders gesund!

Reis und Reiswaffeln                                                                                                                                                                                           Keine Weitergabe an Drittverwerter.
Reis und Reiswaffeln                                                                                                                      
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Nicht nur bei Kleinkindern sind sie angesagt: Auch viele Figurbewusste greifen gern zu dem vermeintlich kalorienarmen Snack. Wer aber nebenbei schon mal ein paar Reiswaffeln geknabbert hat, wird festgestellt haben: So wirklich satt machen die Knusperwaffeln, die es alternativ auch aus Mais oder Hirse gibt, nicht. Sie verleiten ähnlich wie Chips eher dazu, immer weiter zu essen, bis die Packung leer ist. Zudem sorgen Sie dafür, dass der Blutzuckerspiegel nach oben schießt. Die Folge: Die Sättigung hält nicht lange an, stattdessen folgen auf den Reiswaffelverzehr nicht selten Heißhungerattacken – und der Griff zum Schokoriegel oder der Gummibärchentüte on top.

Zudem konnte bei Untersuchungen von Reiswaffelprodukten immer wieder eine Belastung mit dem giftigen Schwermetall Arsen nachgewiesen werden.

Finger weg von Dosentomaten

Konserven aus Blech sind im Inneren mit einer Dichtungsfolie aus Epoxidharz beschichtet. Dies enthält Bisphenol A, das als krebserregend gilt. Außerdem steht es im Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Säure kann dazu führen, dass sich Bisphenol A aus der Beschichtung löst. Da Tomaten einen relativ hohen Säureanteil haben, sollten Sie die Finger von Tomatenkonserven lassen.

Gesunde Alternative: Kaufen Sie Tomaten nach Möglichkeit frisch oder kaufen Sie verarbeitete Tomaten stattdessen in Gläsern oder im Tetra Pak.

Bananenchips sind auch nicht gesünder als herkömmliche Chips

Wer glaubt, Bananenchips seien eine super Alternative zu herkömmlichen Kartoffelchips oder aber ein guter Ersatz beim Heißhunger auf Schoki irrt leider: Bananenchips sind vor allem deshalb so schön knusprig, weil sie frittiert werden. Beim Frittieren entstehen sogenannte Transfettsäuren. Diese sorgen für einen Anstieg des Cholesterinspiegels. Zudem enthalten die Bananenchips viel Zucker.

Gesunde Alternative: Greifen Sie besser zu frischen Bananen. Je reifer die Banane, desto süßer schmeckt sie. Oder machen Sie Bananenchips im Backofen einfach selbst. Das funktioniert auch mit vielen anderen Obst- und Gemüsesorten. Hier finden Sie ein Rezept für leckere Erdbeerchips.

Bratwurst: besser grob als fein!

Wissen Sie, was in einer Bratwurst steckt? Nein? Damit sind Sie nicht allein. Fakt ist: Bratwürste bestehen größtenteils aus Muskelfleisch – überwiegend vom Schwein - und etwa 30 Prozent Fett. Dadurch sind sie echte Kalorienbomben. In Kombination mit einem Brötchen und einem Klecks Senf oder Ketchup kommen Sie so schnell auf 500 Kalorien. Zudem besteht das Fett überwiegend aus den als besonders ungesund geltenden gesättigten Fettsäuren. Auch sogenanntes Separatorenfleisch, also zu einem Brei verarbeitete Knochen- und Fleischreste, kann enthalten sein. Darüber hinaus enthält das verarbeitete Fleisch viel Salz, was den Blutdruck ungünstig beeinflussen und bei regelmäßigem Konsum Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen kann.

Gesunde Alternative: Wer partout nicht auf sein Brat- oder Grillwürstchen verzichten mag, sollte zu groben statt feinen Würstchen greifen. Sie enthalten weniger Zusatzstoffe, mehr Muskelfleisch und kein Separatorenfleisch.

Und wenn Sie nun wissen wollen, von welchen Lebensmitteln Sie gar nicht genug essen können: Hier haben wir einige der gesündesten Lebensmittel für Sie zusammengestellt.