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Reißleine gezogen! Griechische Ferieninsel sperrt jetzt Touristen aus

Urlauber zerstörten die Natur

Reißleine gezogen! Beliebte Ferieninsel sperrt jetzt Touristen aus

Wunderschön und schützenswert: Chrissi Island vor der Küste Kreta
Wunderschön und schützenswert: Chrissi Island vor der Küste Kreta
Giovanni Guarino, picture alliance / imageBROKER | Giovanni Guarino

„Zutritt verboten!“ Etwa 15 Kilometer südlich von Kreta ist jetzt Schluss für Touristen. Die kretische Regionalverwaltung hat für das ohnehin schon als Naturschutzgebiet ausgezeichnete „Chrissi Island“ die Notbremse gezogen. Die Natur dort, so die Verantwortlichen, sei aufgrund der Menschenmassen in den letzten Jahren regelrecht zerstört und brauche nun Zeit, sich wieder zu erholen. Gefallen dürfte das aber gerade in Deutschlands Hoch-Reisezeit wohl nicht allen.

Lese-Tipp: Sommerzeit ist Urlaubszeit. Alle Infos zum aktuellen Reisechaos an deutschen Flughäfen finden SIe jederzeit im Liveticker auf RTL.news

"Chrissi Island" für Besucher tabu

Sommer, Strand, Durchatmen! In einer Zeit, in der sich viele neben Corona und Krieg auf ein paar zerstreute Tage unter der Sonne des Südens gefreut haben dürften, macht Griechenland jetzt einigen von ihnen einen fetten Strich durch die Rechnung.

Die ansonsten so beliebte und von Kretas Hafenstadt Ierapetra oft angefahrene Insel Chrissi Island ist nämlich erst mal tabu. Kein Anlanden, kein Einquartieren über den Sommer. Denn genau das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Natur auf der ansonsten unbewohnten Insel komplett aus dem Gleichgewicht geraten ist. Laut dpa-Bericht wurden zahlreiche Jungpflanzen zerstört und sogar Grundwasser angezapft, welches anschließend den Pflanzen fehlte. Mitgebrachte Ziegen hätten das Übrige zur Vernichtung der einheimischen Pflanzenwelt beigetragen, heißt es weiter.

Keine Touristen mehr! Weil die Natur von "Chrissi Island" durch den Menschen fast völlig zerstört wurde, hat die kretische Regionalverwaltung jetzt die Notbremse gezogen.
Keine Touristen mehr! Weil die Natur von "Chrissi Island" durch den Menschen fast völlig zerstört wurde, hat die kretische Regionalverwaltung jetzt die Notbremse gezogen.
Christian Heeb, picture alliance / prisma | Heeb Christian

100 Jahre alte "Chrissi-Zedern" kurz vorm Aussterben

Es scheint ohne Zweifel: 200.000 Besucher jährlich – das ist einfach zu viel für die nur sieben Kilometer langen und zwei Kilometer breiten Insel. Die Natur braucht eine Pause. Nur so kann auch der inzwischen hoch gefährdete Bestand von den typischen, oft über 100 Jahre alten „Chrissi-Zedern“ noch gerettet werden. Aus eigener Kraft und ohne die Störung des Menschen.

Dem lassen die Behörden seit Mitte Mai immerhin noch eine klitzekleine Möglichkeit offen: Besuchern ist es noch erlaubt, mit einem Boot an die Insel heranzufahren und an Land zu schwimmen. Möge das den ein oder anderen motivieren, sich ein nicht invasives Bild der Lage zu machen und die Wichtigkeit der vielleicht im ersten Moment ungeliebten Maßnahme zu erkennen. (dpa, gdu)