Raubmord-Ermittlungen in Ravensburg

15-Jährige soll Frau bei Handtaschenraub erstochen haben

10.02.2021, Baden-Württemberg, Ravensburg: Blick auf das Bahnhofsgebäude. Am Vorabend war eine 62-jährige Frau leblos vor dem Bahnhof von einem Passanten gefunden worden. (zu dpa «Frau tot am Bahnhof in Ravensburg gefunden») Foto: Felix Kästle/dpa ++
An diesem Bahnhof soll die Frau getötet worden sein.
lix wpe wst, dpa, Felix Kästle

Polizei Ravensburg: Vorbestrafte 15-Jährige festgenommen

Hat eine 15-Jährige ihr Opfer wegen einer Handtasche erstochen? Diesen Raubmord-Verdacht hat die Polizei nach dem Tod einer 62-Jährigen in Ravensburg. Die Frau war am Dienstagabend am Bahnhof der Stadt nahe des Bodensees tot aufgefunden worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, nahmen die Ermittler eine wegen Raubes vorbestrafte 15-Jährige fest. Durch die Auswertung von Aufnahmen der Überwachungskameras sei man auf die Spur des Mädchens gekommen. Nach RTL-Informationen wurde die Tat selbst nicht von den Kameras gefilmt.

15-Jährige saß bereits wegen Raubes im Knast

Die Tatverdächtige aus dem Landkreis Ravensburg ist polizeibekannt, verbüßte jüngst eine Haftstrafe unter anderem wegen Raubes. Ein Jugendsachbearbeiter hat die 15-jährige Deutsche auf den Aufnahmen der Überwachungskamera identifiziert, so eine Polizeisprecherin auf RTL-Anfrage. Das Mädchen wohnt nach RTL-Informationen bei seiner Familie, gilt laut Polizei aber als Streunerin aus schwierigen Verhältnissen. Sie wurde dem Haftrichter vorgeführt und sitzt in Untersuchungshaft.

Die Kriminalpolizei bittet weiterhin die Bevölkerung um Hilfe. Die Ermittler suchen nach dem Oberteil, das die 15-Jährige am Tatabend getragen haben soll: „Auf der Strecke zwischen Bahnhof Ravensburg und Löwenplatz Weingarten hat sich die Jugendliche eines dunklen Nike-Kapuzenpullovers mit hellen Streifen an den Ärmeln entledigt“, heißt es in einer Pressemitteilung.

  • Hinweise zu dem Kleidungsstück nimmt die Kriminalpolizei Friedrichshafen unter der Telefonnummer 07541/701-0 entgegen.

15-Jährige trotz Corona-Ausgangssperre draußen unterwegs

Das Opfer war am Dienstag in der Nähe des Bahnhofs der Stadt nahe des Bodensees mit tödlichen Stichverletzungen im Halsbereich gefunden worden. Ein Anwohner hatte die Polizei alarmiert.

Die Polizei geht davon aus, dass die 15-Jährige die Frau auf ihrem Heimweg von der Arbeit attackierte. Warum das Mädchen trotz geltender abendlicher Corona-Ausgangssperre unterwegs war, sei Gegenstand der Ermittlungen. Die Einsatzkräfte versuchten am Tatabend erfolglos die Frau wiederzubeleben. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen.