Keyboarder rückt in den FokusRammstein-Skandal: Vorwürfe gegen ein weiteres Rammstein-Mitglied

Die Schlagzeilen um die Band Rammstein reißen nicht ab. Im Gegenteil. Mittlerweile haben sich zwei weitere Frauen gemeldet, die gegenüber NDR und der Süddeutschen Zeitung von mutmaßlichen sexuellen Übergriffen berichtet haben. Dabei stehen nun Vorwürfe gegen den Keyboarder Christian Flake Lorenz im Raum.

Vorwürfe gegen Christian "Flake" Lorenz - Frau: „Ich habe es geschehen lassen"

Die angeblichen Vorfälle sollen sich im Jahr 1996 und 2002 zugetragen haben. So berichtet eine der mutmaßlich Betroffenen wie sie nach einer Autogrammstunde mit Till Lindemann von diesem in ein Landhaus Brandenburg eingeladen worden sei. Die 17-Jährige, die sich zunächst als 22-Jährige ausgegeben habe, sei der Einladung gefolgt. Ihr wahres Alter habe sie vor Ort preisgegeben. Neben Till Lindemann soll damals auch Christian Lorenz im Landhaus gewesen sein. Es sei viel Alkohol geflossen. Während Till Lindemann irgendwann allein schlafen gegangen sei, soll sich Lorenz neben sie gelegt und mit ihr Sex gehabt haben.

Dabei sei sie nicht mehr in der Verfassung gewesen, den Keyboarder davon abzuhalten. „Ich habe es geschehen lassen. Ich war wie off, abgetrennt von mir selbst“, erinnert sich die Frau in dem Bericht von NDR und Süddeutscher Zeitung. Ihre Aussage hat sie zur Vorlage bei Gericht an Eides statt versichert. Zudem sollen weitere Personen aus ihrem Umfeld an Eides statt versichert haben, dass sie immer wieder von dem mutmaßlichen Übergriff erzählt habe.

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Mit starken Unterleibschmerzen aufgewacht

Die weiteren Vorwürfe gegen den Keyboarder der Band sollen aus einem Vorfall resultieren, der sich angeblich noch vor dem großen Durchbruch der Band nach einem Konzert in Gera abgespielt haben soll. Das mutmaßliche Opfer, damals 22 Jahre alt, habe 1996 nach dem Auftritt mit Till Lindemann, Christian Flake Lorenz und Schlagzeuger Christoph Schneider in einem Hotel getrunken und gefeiert.

Schließlich habe sie das Bewusstein verloren. Am nächsten Morgen sei sie nackt auf dem Fußboden liegend aufgewacht mit starken Unterleibsschmerzen. Neben ihr habe Lorenz gelegen. „Ich habe vorher Sex gehabt in meinem Leben und habe auch danach Sex gehabt in meinem Leben. Solche Schmerzen hatte ich vorher nie und nachher nie“, so die Frau, die nicht wisse, was genau in der Nacht vorgefallen ist und wer sich an ihr vergangen haben könnte. Die Aussagen hat auch sie NDR und SZ zur Vorlage bei Gericht an Eides statt versichert. Laut der aktuellen Recherche habe keine der beiden Frauen bislang Anzeige erstattet.

Christian Lorenz und Christoph Schneider wiesen die Vorwürfe jeweils über ihre Anwälte zurück. Berufen sich auf ihre Intimsphäre. Zudem handele es sich um unzureichend belegte Tatsachen. Rammstein-Frontmann Lindemann ließ konkrete Fragen zu den Fällen inhaltlich unbeantwortet. Auf RTL Anfrage haben die Anwälte der Band Rammstein keine konkreten, inhaltlichen Angaben zu den in der Süddeutsche Zeitung und NDR erhobenen Vorwürfen mitgeteilt.

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Rammstein weist Vorwürfe zurück

Auch Till Lindemann weist die Vorwürfe gegen ihn zurück. Mehrere Frauen haben - teilweise anonym - Vorwürfe gegen den 60-Jährigen erhoben. Sie schildern als beängstigend empfundene Situationen. Bei Aftershowpartys soll es demnach auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Seine Anwälte verweisen auf Behauptungen in sozialen Netzwerken, Frauen seien bei Konzerten „mithilfe von K.-o.-Tropfen beziehungsweise Alkohol betäubt worden, um unserem Mandanten zu ermöglichen, sexuelle Handlungen an ihnen vornehmen zu können. Diese Vorwürfe sind ausnahmslos unwahr.“

Lese-Tipp: Anwälte von Till Lindemann melden sich zu Wort

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren gegen Lindemann eingeleitet. Bei Verdacht auf eine Straftat muss sie ermitteln. Auch Medienberichte können dafür der Auslöser sein. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt die Unschuldsvermutung. (abl/dpa)

Nachtrag:
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann im August 2023 eingestellt.