Radfahrer (56) starb in Gleisbett

Mutmaßlicher S-Bahn-Schubser aus Hamburg-Ohlsdorf wieder frei

Bahngleis
Ein Fahrradfahrer starb im Juni am Hamburg S-Bahnhof Ohlsdorf, nachdem er offenbar angerempelt und ins Gleisbett geschubst wurde.
deutsche presse agentur

Der mutmaßliche S-Bahn-Schubser von Ohlsdorf ist wieder auf freiem Fuß! Das erklärt die Hamburger Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens im Gespräch mit RTL: „Ich kann bestätigen, dass sich der Beschuldigte in dem angefragten Verfahren nicht mehr in Untersuchungshaft befindet.“ Die Freilassung soll schon vor längerer Zeit erfolgt sein.

Verdacht: Körperverletzung mit Todesfolge

Die Oberstaatsanwältin erklärt, dass der Haftbefehl bereits seit dem 26.06.22 außer Vollzug gesetzt sei, der Verdächtige ist seitdem also frei. Trotzdem: Er steht immer noch wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Verdacht.

Der 62-Jährige soll im Juni einen Radfahrer vom Bahnsteig auf die Gleise geschubst haben. Der 56-Jährige wurde zwischen Waggons einer einfahrenden S-Bahn eingeklemmt und tödlich verletzt.

Vorerst keine weitere Untersuchungshaft

Der 62-Jährige mutmaßliche Schubser wird nun von einer weiteren Untersuchungshaft verschont. „Die Außervollzugsetzung erfolgte nach Maßgabe des § 116 Absatz 1 StPO, weil weniger einschneidende Maßnahmen die Erwartung hinreichend begründen, dass der Zweck der Untersuchungshaft auch durch sie erreicht werden kann, sprich der Beschuldigte sich dem Verfahren stellen und nicht durch Flucht entziehen wird“, so Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens. Die Ermittlungen dauern weiter an. „Die Staatsanwaltschaft sieht eine Strafandrohung von mindestens 3 Jahren Freiheitsstrafe vor, in minder schweren Fällen eine Strafandrohung von einem Jahr bis zu 10 Jahren.“

Laut Staatsanwaltschaft wird in dem Fall aber weiter ermittelt. Es bestehe aber keine akute Gefahr, dass der Verdächtige flieht und sich dem Verfahren entzieht. (kst)