Vater wohl mit Beziehung nicht einverstanden

Er soll den Freund der Tochter entführt haben: 51-Jähriger wegen Geiselnahme vor Gericht

Landgericht Kiel
Landgericht Kiel
© dpa, Carsten Rehder, reh axs

07. Juli 2021 - 10:15 Uhr

Vater soll Freund der Tochter in eine Gartenlaube gelockt haben

Nach fünf Jahren wollte eine Frau angeblich die Beziehung zu ihrem Freund beenden. Der Mann soll daraufhin gedroht haben, intime Bilder an ihre Familie zu schicken. Der Vater der Freundin hat angeblich ein Bild mit Kuss gesehen, und kurz danach soll der 51-Jährige durchgedreht sein und den Freund der Tochter zu einer Gartenlaube in einer Kieler Kleingartenkolonie gelockt haben.

Freund der Tochter wurde angeblich geschlagen und drei Stunden gefangen gehalten

Während der Tat am 22. Dezember 2017 sollen der Angeklagte und seine Mittäter den Freund der Tochter geschlagen, gefesselt, geknebelt, ihm die Augen verbunden und ein Messer an den Hals gesetzt haben, sagte die Staatsanwältin. Sie drohten offenbar unter anderem auch, sein Kind in der Türkei und seine Mutter würden getötet, falls er die Polizei einschalte. Zugleich behaupteten die Täter demnach, sie seien Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Erst drei Stunden später sei der Freund der Tochter angeblich in die Freiheit entlassen worden.

Bei Verurteilung drohen mindestens fünf Jahre Haft

Am Dienstag musste sich der Hauptangeklagte vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Vorwürfe der Anklage: Geiselnahme, gefährliche Körperverletzung und Raub. Der Angeklagte schwieg, um die Aussage des Geschädigten abzuwarten, sagte sein Verteidiger. Stattdessen beantragte der Verteidiger erfolgreich, die Öffentlichkeit für die gesamte Aussage des damaligen Freundes auszuschließen. "Das öffentliche Interesse", so der Vorsitzende Richter, "überwiegt nicht die schutzwürdigen Interessen der Familie." Bei der Vernehmung des Mannes würden voraussichtlich Umstände aus den Lebensbereichen der Tochter und deren Familie erörtert werden, die deren Persönlichkeitsrechte verletzen könnten. Das Gericht hat noch einen weiteren Verhandlungstag geplant. Das Urteil könnte demnach bereits am nächsten Montag verkündet werden. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine jahrelange Haftstrafe. (dpa/kst)