Prozess in Leipzig

Vergewaltiger vor Gericht: "Freimaurer befahlen mir die Tat"

Ein 31-Jähriger steht vor Gericht. Er wollte angeblich ein Buch über seine Straftat schreiben.
Ein 31-Jähriger steht vor Gericht. Er wollte angeblich ein Buch über seine Straftat schreiben.
© dpa, Jan Woitas, woi;cse;fux dna

19. Mai 2020 - 11:29 Uhr

Angeblich wollte er ein Buch über seine Tat schreiben

Seit vergangener Woche steht ein 31-Jähriger in Leipzig vor Gericht, der mehrere Frauen sexuell genötigt und eine Schwangere vergewaltigt haben soll. Zwei Taten gestand er bereits, eine weitere  bestritt er – und gibt er ein Motiv an, mit dem er die Schuld auf andere abwälzen will: er habe im Auftrag der Freimaurerloge gehandelt, wie er Medienberichten zufolge dem Haftrichter sagte. Außerdem plane er, ein Buch über seine Taten zu schreiben.

"Wir Freimaurer haben uns vorgenommen, die Welt zu verändern"

Symbole der Freimaurer im Tor zur Loge
Die Symbole der Freimaurer (Zirkel, Winkel, Hammer und Kelle) sind im Tor zur Loge zu sehen. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

Die Internetseite "Tag24" berichtet, der habe ausgesagt: "Ich war mit meinen Freimaurer-Brüdern unterwegs und da wurden mir die Taten vorgegeben." Seine Taten seien eine "Inszenierung" gewesen.

Der Orden hätte ihn instruiert, "Straftaten als Andeutungen" zu begehen. Sinn und Zweck der angeblichen Anweisung: Ein Buch, in dem er auf weltweit jährlich 30 bis 40 Millionen Vergewaltigungen hinweisen wolle. Mit diesem Projekt "haben wir Freimaurer uns vorgenommen, die Welt zu verändern", heißt es weiter.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Münchner drei Attacken auf junge Frauen vor. Eine 17-Jährige habe er überfallen und am ganzen Körper betatscht. Zudem sei er mit dem Finger in sie eingedrungen. Er habe gedroht, die im fünften Monat Schwangere mit einem Schraubenzieher umzubringen, wenn sie sich wehre, listet die "Leipziger Internet-Zeitung" auf. Erst, als ein Hausbewohner Schreie hörte und sich näherte, habe er von seinem Opfer abgelassen.

Statt Haft auch dauerhafte Einweisung in geschlossene Psychiatrie möglich

In einem weiteren Fall sei er gewaltsam in die Wohnung einer 19-Jährige eigedrungen, die er bedrängt und ins Gesicht geschlagen habe. Dabei habe er gesagt, er wolle sie "doch nur ficken", heißt es in der Zeitung. Sein drittes Opfer sei eine 15-Jährige gewesen, die er begrapschte. Das Mädchen habe sich durch einen Biss in seinen Finger befreien können.

Am zweiten Prozesstag gestand er dem Bericht zufolge zwei der Überfälle, bestritt jedoch, im dritten Fall die 17-Jährige vergewaltigt zu haben. Er habe außerdem nicht gewusst, dass sie schwanger sei, behauptete er.  Als Motiv habe er angegeben: Ich bin in einem freimaurerischen Projekt ausgebildet. Man hat zu gehorchen", heißt es weiter.  

Der Prozess solle an fünf weiteren Verhandlungstagen bis Anfang Juni beendet werden. Ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist, ist unklar. Derzeit sitze in einer psychiatrischen Fachklinik ein, eine Verurteilung könne auch die dauerhafte Einweisung in die geschlossene Psychiatrie zur Konsequenz haben, so die Zeitung.