"Du hast mich genug gef***t und geschlagen"

Derbe Whatsapp-Nachrichten vor Gericht: Witwe von erstochenem Promi-Wirt Erich T. angeklagt

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4. Dezember 2019 - 10:41 Uhr

Sie führten ein Leben auf der Überholspur

Ein aufsehenerregender Fall wird jetzt vor dem Landgericht Salzburg verhandelt. Es geht um den Tod des Promi-Wirts Erich T. (57). Angeklagt wegen Mordes: Petronela (30), seine Witwe. Sie waren ein Glamour-Paar, führten ein Leben auf der Überholspur. Prominente wie Ralf Schumacher, Red-Bull-Chef Dietmar Mateschitz, Politiker, Sportler und Schauspieler gingen bei ihm ein und aus. Am 3. März 2019 starb er durch einen Messerstich - von der Hand seiner Frau?

Petronela T. soll ihrem Mann mit der Scheidung gedroht haben

Prozess
Erich und Petronela T. (Archiv)

Zum Prozessauftakt wurde den Geschworenen im Gerichtsaal die Tatwaffe gezeigt. "Im Gerichtssaal herrscht Totenstille. Für die Anwesenden im Saal ein mulmiges Gefühl zu wissen,  dass Erich T. durch dieses Messer sterben musste", berichtet unsere Reporterin Natascha Größ.

Zu Beginn wurde die Angeklagte Petronela T. zur Tat befragt. Ihrer Darstellung nach fügte sich Erich T. den tödlichen Stich selbst zu, erzählt sie mit verheultem Gesicht. "Lieber sterbe ich, als dass ich Dich mit einem anderen Mann sehe", habe er gesagt.

Ohnehin sei ihr Mann chronisch eifersüchtig gewesen. Im Gericht werden Whatsapp-Protokolle verlesen. Petronela soll ihren Mann provoziert, mit Scheidung gedroht haben. "Du hast mich genug gef***t und geschlagen."

Promi-Wirt Erich T. erstochen: Beide waren zur Tatzeit stark betrunken

Petronela bestreitet, sich durch die Heirat mit dem 27 Jahre älteren Mann ins "gemachte Nest" gesetzt zu haben. Sie habe jeden Tag von 8 Uhr morgens bis spät in die Nacht gearbeitet. Ihr Mann habe sie mit Überwachungskameras beobachtet. Habe sie sich zu intensiv mit einem Gast unterhalten, sei er aus seinem Büro gekommen, habe sie geschubst, geschlagen, beschimpft.

Zur Tat selbst sagt sie: Ihr Mann sei in die Küche gekommen, als sie gerade eine Kleinigkeit essen wollte. Er habe ihre Hand mit dem Messer gepackt und in seine Richtung gezogen, dabei sei es zu dem Stich gekommen. Sie könne sich nicht mehr genau erinnern, "alles ging so schnell." Zur Tatzeit waren beide stark alkoholisiert, Petronela habe 2,4 Promille Alkohol im Blut gehabt, so die Kronenzeitung.

Sie beteuert: "Ich hätte ihm niemals was angetan. Er war meine große Liebe, mein bester Freund und alles, was ich habe."

Promi-Wirt Erich T. kam ein halbes Jahr lang jeden Tag zu ihr ins Bordell

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Aprés-Ski auf der Lisa-Alm (Archiv).
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Petronela T. kam als 18-Jährige aus Rumänien nach Österreich und arbeitet als Prostituierte. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag war Erich T. ihr Kunde, er kam anschließend jeden Tag. Sie verliebten sich ineinander und zogen nach einem halben Jahr in Salzburg in eine gemeinsame Wohnung.

Sie machte einen Deutschkurs, absolvierte eine Ausbildung zur Nageldesignerin. Später arbeitet sie mit ihm zusammen in der Lisa-Alm. Das Lokal in Flachau im Salzburger Land entwickelte sich zu einem Hotspot der Aprés-Ski-Szene, beliebt bei Touristen und Promis.

Anfangs hätte er ein Doppelleben geführt, ehe er 2013 seine Familie für seine "Pretty Woman", wie er sie genannt haben soll, verlassen habe, so die Kronenzeitung. Die Hochzeit der beiden 2017 war ein Yellow-Press-Ereignis.

Endete die Liebesgeschichte mit einem Mord? Das sagt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Drei Prozesstage sind angesetzt, am 4. Dezember sollen die Geschworenen ihr Urteil fällen.