Teil-Lockdown ab 2. November

Corona-Hygienemaßnahmen: Private Partys überhaupt noch erlaubt?

Welche Corona-Regeln gelten bei privaten Veranstaltungen?
Welche Corona-Regeln gelten bei privaten Veranstaltungen?
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30. Oktober 2020 - 15:02 Uhr

Hochzeit, Geburtstag & Co.: So viel Gäste sind erlaubt

UPDATE am 30.10.2020, 15:00 Uhr: Wer momentan seinen Geburtstag, eine Hochzeit oder eine andere private Veranstaltung in den eigenen vier Wänden plant, muss Abstriche machen: Ab dem 2. November gelten in Deutschland wieder strengere Corona-Beschränkungen. Bei privaten Treffen im öffentlichen Raum dürfen nur noch Menschen aus höchstens zwei Hausständen zusammen kommen – und zwar maximal zehn Personen. Größere Gruppen von Feiernden in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind laut Bundesregierung zudem "inakzeptabel".

Die unten aufgeführten Regeln für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliche Veranstaltungen sind deshalb ab dem 2. November bis zunächst zum 30. November nicht mehr gültig.

Mehr zu der Regelung von privaten Treffen zu Hause erfahren Sie hier.

Sämtliche neuen Regeln für den Teil-Lockdown im November können Sie hier nachlesen.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Baden-Württemberg

Ob im öffentlichen oder privaten Raum – hier dürfen sich bis zu 20 Personen treffen. Ein Hygienekonzept ist dafür nicht notwendig. Anders sieht das allerdings bei Geburtstags-, Hochzeitsfeiern, Taufen und Familienfesten aus. Hier gilt eine maximale Teilnehmerzahl von 500 Gästen – ohne Fotograf, Band und andere Mitwirkende. Ab 100 Gästen muss zudem ein Hygienekonzept vorgelegt und eine Teilnehmerliste gepflegt werden. Die Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Meter wird empfohlen – ansonsten wären Masken zu tragen. 

Auf einer Hochzeit darf auch getanzt werden. Reine Tanzveranstaltungen sind mit der Ausnahme von Tanzaufführungen und Tanzunterricht in Baden-Württemberg nach wie vor untersagt.

Ab 11.10. gelten wegen des steigenden Infektionsgeschehens verschärfte Regeln für Risikogebiete. Ab einer 7-Tage-Inzidenz ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt für private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räume eine Obergrenze von 50 Teilnehmern, für Feiern in privaten Örtlichkeiten werden sogar nur 25 Gäste empfohlen.

Ab einer Inzidenz von 50 sind nur noch 25 Gäste in gemieteten oder öffentlichen Räumen erlaubt. Im privaten Bereich wird empfohlen, bei 10 Gästen die Grenze zu ziehen.

Bayern

"Gehn mia miteinand Dahoam wos drinkn?" Mit wie vielen Personen ist jetzt zwar nicht mehr strikt vorgeschrieben, hängt allerdings davon ab, wie groß der eigene Raum oder Garten ist. Denn der Mindestabstand von 1,50 Meter muss weiterhin gewährleistet sein, genauso wie eine angemessene Belüftung. In öffentlichen Räumen wie zum Beispiel Parks dürfen sich maximal 10 Personen treffen. Feiern ist dort grundsätzlich nicht gestattet. Hochzeiten, Geburtstage und Schulabschlussfeiern sind mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen möglich. Unter freiem Himmel sind 200 Gäste zulässig. Bei zugewiesenen und gekennzeichneten festen Plätzen sind es doppelt so viele. Wichtig: Auch hier muss der Veranstalter vorab ein Hygienekonzept erstellen und  – auf Anfrage – den zuständigen Behörden vorlegen.

Auch in Bayern gelten ab einer Inzidenz von 35/100.000 seit 2.10. besondere Obergrenzen: 50 Personen in öffentlichen oder angemieteten Räumen, 25 als Empfehlung für Feiern im privaten Raum. Ab einer Inzidenz von 50/100.000 dürfen im Freistaat generell nur noch 25 Menschen zusammen drinnen feiern, unter freiem Himmel 50. In diesem Fall dürfen auch Sperrstunden oder Alkoholverbote verordnet werden. Auch für einfach Treffen drinnen oder draußen gelten dann strengere Bestimmungen: Personen aus maximal zwei Haushalten, nahe Verwandte oder maximal fünf Personen.

RTL NEWS empfiehlt

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Berlin

Nachdem mehrere Bezirke der Hauptstadt die kritische Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten haben, gilt ab dem 10.10.2020 ein strengeres Maßnahmenpaket: Im öffentlichen Raum wird die Personenzahl in der Zeit zwischen 23 und 6 Uhr auf fünf gleichzeitig anwesende Personen aus unterschiedlichen Haushalten oder Personen aus zwei Haushalten beschränkt.

Ab 11.10. gilt nach Auskunft der Stadt Berlin bei Überschreiten einer 7-Tage-Inzidenz von 35: maximal 50 Personen im Freien, maximal 25 Personen in geschlossenen Räumen. Ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sind nur noch 25 Feiernde draußen und 10 drinnen erlaubt. Bei Verstößen gegen die Obergrenzen droht ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro.

Außerdem müssen in geschlossenen Räumen die Kontaktdaten (Vorname, Nachname, Adresse und Telefonnummer) der Teilnehmenden hinterlegt werden.

Brandenburg

Feiern im privaten Wohnraum oder im eigenen Garten mit mehr als 75 zeitgleich anwesenden Personen sind verboten. Diese Obergrenze gilt jedoch nicht für Privatfeiern, die zum Beispiel in Gaststätten oder Gemeindesälen veranstaltet werden. Dort richtet sich die Teilnehmerzahl nach der Raumgröße. Wichtig hierbei ist, das der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Gästen, die nicht im gleichen Haushalt wohnen, eingehalten werden kann. Wer Partys feiert, der muss aber auch die Kontaktdaten (Vorname, Nachname, Adresse und Telefonnummer) erfassen.

Bremen

In geschlossenen Räumen sind maximal 250 Personen erlaubt, sofern hier der Mindestabstand eingehalten wird. Wer dabei lauthals singen mag, muss den Abstand zu anderen Personen auf zwei Meter vergrößern. Gleichzeitig ist ein Hygienekonzept erforderlich. Unter besonderen Auflagen sind Feiern unter freiem Himmel mit bis zu 400 Personen gestattet. Der Gastgeber oder die Gastgeberin muss aber die Kontaktdaten aller Gäste erfassen.

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 gilt: Das Maximum für private Feiern sind 50 Personen, egal ob unter freiem Himmel oder in geschlossenen Räumen, ab einer Inzidenz von 50 sind nur noch 25 Feiernde erlaubt. Ein Hygienekonzept kann verlangt werden.

Hamburg

Wer in Hamburg daheim oder im eigenen Garten feiert, darf maximal 25 Personen einladen. Findet die private Feier im Garten, im Vereinsheim o.ä. statt und es wird kein Alkohol ausgeschenkt, kann die Teilnehmerzahl auf 50 erhöht werden. Ein Hygiene-Konzept muss in jedem Fall angefertigt werden. Die Abstandsregeln gelten weiterhin - außer es treffen sich weniger als 10 Personen. 

Streng geregelt ist hingegen das Unterhaltungsprogramm: Der Hochzeitstanz des Brautpaares ist erlaubt, die Hochzeitsgesellschaft hingegen darf nicht tanzen. Live-Musik ist aber erlaubt, wenn ein Mindestabstand zwischen Hochzeitsgesellschaft und Band von 2,5 Metern eingehalten wird.

Hessen

Private Veranstaltungen müssen auf eine maximale Teilnehmerzahl von 250 Personen begrenzt sein. Der Veranstalter muss dabei die Kontaktdaten der Teilnehmenden sicherstellen. Außerdem muss er darauf achten, dass die Räumlichkeiten so gestaltet sind, dass ausreichendes Abstandhalten möglich ist. Übrigens: Wer in geschlossenen Räumen lauthals singen mag, muss zu seinen Mitsängern ganze drei Meter Abstand halten. Tanzveranstaltungen sind verboten. 

Städte und Regionen halten aber das lokale Infektionsgeschehen genau im Auge und passen diese Regeln individuell und tagesaktuell an, teilt eine Sprecherin des Sozialministeriums Hessen auf Anfrage von RTL.de mit. Wer wissen möchte, ob die Anzahl der Gäste, die er vor Wochen bei anderer Infektionslage eingeladen hat, nun noch erlaubt ist, wendet sich am besten an das örtliche Gesundheitsamt oder das Corona-Telefon der betreffenden Stadt oder Gemeinde.

Mecklenburg-Vorpommern

Unter freiem Himmel dürfen sich hier maximal 500 Personen versammeln, in geschlossenen Räumen sind es 200. Wer eine private Familiensause schmeißen möchte, kann mit 50 Personen feiern. Eine Hochzeit zum Beispiel darf mit mehreren Personen gefeiert werden, da sie laut Landesverordnung als "gewichtiger familiärer Anlass" gewertet wird. 75 Personen dürfen hier das Sektglas heben, wenn sie auf einer Anwesenheitsliste verzeichnet sind. Volksfeste bleiben bis zum 31. Dezember verboten.

Niedersachsen

In Niedersachsen darf man seit dem 9.10. nur noch mit maximal 25 Gäste drinnen feiern, im eigenen Hof unter freiem Himmel sind es 50. Dabei muss der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Die Kontaktdaten der einzelnen Personen müssen nicht erfasst werden. Ab einer Inzidenz von 35 dürfen nur noch 25 Menschen, ab einer Inzidenz von 50 nur noch 10 Menschen draußen oder in Privaträumen zusammen feiern. 

Mietet man einen Raum an, sind 100 Gäste erlaubt, bei steigenden Infektionszahlen nur noch 50 (bei einer 7-Tage-Inzidenz von 35) bzw. 25 (bei einer Inzidenz von 50). Dazu wird der Alkoholkonsum eingeschränkt: Ab 18.00 Uhr darf nichts Hochprozentiges mehr ausgeschenkt werden, ab 22.00 Uhr gar kein Alkohol.

Nordrhein-Westfalen

Feste und Feierlichkeiten dürfen hier nur aus herausragendem Anlass gefeiert werden. Dazu zählen z.B. Hochzeits-, Tauf-, Geburtstagsfeier, ebenso Beerdigungen. Es dürfen maximal 150 Gäste kommen. Die Feier muss ab 50 Gästen drei Werktage vorher beim Ordnungsamt angemeldet und eine verantwortliche Person für die Feier benannt werden. Das Abstandsgebot und die Maskenpflicht gelten dabei nicht, soweit geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zur einfachen Rückverfolgbarkeit sichergestellt sind. Restaurants oder Hotels dürfen für diese Feste abgetrennte und gut zu durchlüftende Räume unter Auflagen zur Verfügung stellen.
Ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner darf nur noch mit maximal 50 Personen gefeiert werden, ab einer Inzidenz von 50 nur noch mit 25 Teilnehmern.

Rheinland-Pfalz

Private Partys dürfen zu Hause oder in gemieteten Räumen mit 75 Personen stattfinden. Die Kontaktdaten aller Gäste müssen erfasst werden und der Gastgeber muss darauf achten, dass die Abstandsregeln und die Maskenpflicht eingehalten wird. Außerdem sollte den Anwesenden ein Sitzplatz zugewiesen werden. Ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner soll die Gästeanzahl auf maximal 50 reduziert werden.

Saarland

Gefeiert werden darf im Saarland grundsätzlich mit bis zu 900 Menschen unter freiem Himmel und mit bis zu 450 in geschlossenen Räumen – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Ab mehr als 20 Gästen muss die Veranstaltung beim Ordnungsamt angemeldet werden, erklärt eine Mitarbeiterin der saarländischen Staatskanzlei im Gespräch mit RTL.de. Ab dem 18.10.2020 soll ein Ampelsystem eingeführt werden.

Sachsen

Für private Feiern in Wohnungen in Sachsen gibt es keine maximale Teilnehmeranzahl. Die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wird empfohlen. Wer in Gaststätten oder auch im Außenbereich angemieteter Örtlichkeiten feiert, darf die Höchstzahl von 100 Gästen nicht überschreiten. Bei Betriebs- und Vereinsfeiern darf eine Teilnehmerzahl von 50 nicht überschritten werden. Das Servicepersonal (Bedienung, Caterer, Fotograf, DJ, Band) zählt nicht dazu. Die Abstands- und Hygieneregeln müssen eingehalten werden.

Sachsen-Anhalt

Für private Feiern im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis aus besonderen persönlichen Anlässen wie z. B. Hochzeit, Trauerfall, Geburtstag, Einschulung, Schulabschluss, Zeugnisübergabe oder Eintritt in den Ruhestand ist die Zahl der Teilnehmenden auf 50 Personen begrenzt. Kontaktdaten müssen hier nicht erfasst werden. Mehr Gäste sind nur drin, wenn die Veranstaltung von einer "fachkundigen Organisation" (zum Beispiel vom Wedding Planner oder dem Gastwirt) vorbereitet wird. Die Hygiene- und Abstandsvorschriften müssen eingehalten und eine Teilnehmerliste geführt werden. Getanzt werden darf – allerdings sollte sich das im Rahmen halten, am besten wie bei den allgemeinen Kontaktbeschränkungen für Treffen im öffentlichen Raum (max. zehn Personen, Menschen aus maximal zwei Haushalten oder nahe Angehörige).

Schleswig-Holstein

Im nördlichsten Bundesland dürfen Stand 9.10.2020 nur dann private Feiern stattfinden, wenn sie die Teilnehmerzahl von 50 Gästen drinnen und 150 Gästen draußen nicht überschreiten. Sollte die Inzidenz auf 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten Tagen steigen, sinkt die maximale Teilnehmerzahl auf 25 in gemieteten Räumen und zehn in Privaträumen. Alle Kontaktdaten (Vorname, Nachname, Anschrift, Telefonnummer) müssen erfasst werden. Tanzen ist erlaubt, aber nur, wenn zwischen Einzeltänzern oder Tanzpaaren zwei Meter Abstand gewahrt werden.

Thüringen

Private Feiern in Thüringen müssen bei mehr als 50 Personen (in der Wohnung) und mehr als 100 Personen (im Garten) mindestens 48 Stunden vorher angemeldet werden. Verpflichtend sind bei diesen Feiern die Abstandsregeln, ein Hygiene-Konzept und die Erfassung der Kontaktdaten (Vorname, Nachname, Anschrift, Telefonnummer) aller Gäste.

Generell gilt für alle Bundesländer: Seien Sie wachsam und vorsichtig! Überlegen Sie gut, ob diese Feier in der geplanten Größe wirklich jetzt nötig ist, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede nach dem Gespräch mit den Oberbürgermeistern großer Städte riet. Schauen Sie sich die tagesaktuellen Zahlen an und informieren Sie sich vor der Party täglich, auch am Tag selbst, wie die aktuellen Kontaktbeschränkungen sind. Die Websites der Bundesländer, der Kommunen oder der kreisfreien Städte können da hilfreich sein – oder ein Anruf beim Ordnungsamt. Falls die Party erlaubt ist, halten Sie sich an Abstands- und Hygieneregeln und helfen auch anderen Gästen, die vielleicht etwas angetrunken oder nicht so gut informiert sind, dies zu tun. Und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Weitere Informationen dazu, was in den einzelnen Bundesländern erlaubt ist, finden Sie hier!

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