Primäres Abstillen – Wenn die Mutter gar nicht stillt

27. Oktober 2016 - 15:54 Uhr

Primäres Abstillen: Warum stillen manche Mütter gar nicht?

Primäres Abstillen – was genau ist das? Abstillen sieht bei jeder Mutter und in jeder Kultur anders aus und ist von der individuellen Einstellung und dem Gesundheitszustand von Mutter und Kind abhängig. Beim Abstillen werden dabei zwei Formen unterschieden: das primäre Abstillen direkt nach der Geburt des Kindes und das sekundäre Abstillen, nach einigen Wochen oder Jahren des Stillens. Primäres Abstillen bedeutet also, dass das Kind überhaupt nicht gestillt wird. 

Primäres Abstillen: wie kommt es dazu?

Für das primäre Abstillen, also direkt nach der Geburt eines Babys, kann es die unterschiedlichsten Gründe geben. Manche Mütter lehnen von Vorneherein das Stillen ihres Kindes ab und möchten es von Anfang an mit Flasche füttern. Bei anderen gibt es gesundheitliche Probleme wie Brustkrebs, HIV oder Tuberkulose. Auch Drogenmissbrauch von Seiten der Mutter können es dem Kind unzumutbar machen, Muttermilch zu trinken. Primäres Abstillen kommt aber auch vor, wenn ein Baby nach der Geburt zur Adoption freigegeben wird oder die Mutter vielleicht sogar verstorben ist.

Wie geschieht das primäre Abstillen?

Entscheidet sich eine Mutter aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen dazu, primär abzustillen, so sollte dies unter ärztlicher Aufsicht oder mit Hilfe einer Hebamme geschehen.

Zu allererst erhält die frisch gebackene Mutter ein Medikament mit dem Wirkstoff Cabergolin, um die Produktion des Stillhormons Prolaktin zu hemmen – viele bezeichnen dieses Medikament auch als "Abstilltablette". Primäres Abstillen wird zusätzlich auch unterstützt, indem die Mutter milchhemmende Behandlungen vornimmt. Darunter fallen Tees mit abstillender Wirkung, wie Salbei oder Pfefferminz, oder auch eine große Menge Petersilie im Essen. Auch homöopathisch kann der Muttermilch an den Kragen gegangen werden: die Globuli "Phytolacca C30" unterstützen das Abstillen. Zusätzliche Tipps vieler Hebammen sind enganliegende BHs zu tragen, die Brust regelmäßig zu kühlen oder Wickel mit Geraniumöl zu machen.

Primäres Abstillen immer unter Aufsicht

Egal aus welchen Gründen eine Mutterprimäres Abstillen vornimmt, wichtig ist, dass sie sich dabei an einen Arzt oder eine Hebamme ihres Vertrauens wendet. Denn auch Tage oder Wochen nach dem Abstillen kann es zu einem erneuten Milcheinschuss, schmerzhaften Brustentzündungen oder Milchstaus kommen.