18-Jährige und weitere Aktivisten in Münchner Gefängnis

Nach Klimaprotesten in München: Schülerin Marina Braun (18) sitzt in Präventionshaft

Klima-Aktivistin Maria Braun wird festgenommen. Bis zum 14.11. wird sie noch in Präventivhaft sitzen.
Maria Braun (18), Aktivistin bei der „Letzten Generation“, wird nach einer Klebe-Protestaktion in München abgeführt.
Letzte Generation

Niklas Diemer

Am Montag hatten sich erneut Klima-Aktivisten in der Münchner Innenstadt auf der Fahrbahn festgeklebt. Darunter auch die 18-Jährige Schülerin Maria Braun. Sie sitzt seitdem mit 17 weiteren Aktivisten in Präventivhaft und muss mehrere Tage in der JVA Stadelheim verbringen. Die Gruppe „Letzte Generation“ ist geschockt, wie sie auf RTL-Anfrage erklärt.

Bayrischer Staat greift durch - "Letzte Generation" ist geschockt

Portrait der 18-Jährigen Aktivistin Marina Braun.
Klima-Aktivistin Maria Braun von der Aktivisten-Gruppe "Letzte Generation“ sitzt wegen einer Klebe-Protestaktion in Haft.
Marlene Charlotte Limburg

Maria Braun ist erst 18 Jahre und geht eigentlich noch zur Schule. Doch stattdessen sitzt sie jetzt im Gefängnis Stadelheim in München. Sie ist als Klima-Aktivistin auf die Straße gegangen und hat sich am vergangenen Montag auf die Fahrbahn am Stachus festgeklebt.

Weil es nicht Brauns erste Aktion dieser Art war, hat nun der bayrische Staat durchgegriffen. Bis zum 14. November wird sie voraussichtlich noch in Haft bleiben. Für die Gruppe „Letzte Generation“ war das ein Schock: „Die Inhaftierung war für alle unglaublich schrecklich.“, sagt die Sprecherin der Gruppe, Lilly Schubert, zu RTL.

Maria Braun hat sich bewusst für diese Art des Protests entschieden. Sie wusste, dass ihr in Bayern eine Präventivhaft von bis zu 30 Tagen droht. Vor ihrer Festnahme sagte die 18-Jährige: „Gemessen an der Zukunft, die uns erwartet, wirkt das Innere von Stadelheim wie die bessere Option.“

Präventivhaft – was ist das?

Möglich ist die Haft in Bayern durch das Polizeiaufgabengesetz. Für die Sicherungsverwahrung reicht bereits eine richterliche Anordnung, eine Hauptverhandlung braucht es nicht. Die Haft kann dann eingesetzt werden, wenn durch die Inhaftierung weitere angekündigte Blockadeaktionen und Straftaten verhindert werden können.

Die Dauer sowie die Voraussetzungen für eine Präventivhaft wird im Polizeirecht der jeweiligen Bundesländer geregelt. In Bayern ist die Hafthöchstdauer mit bis zu zwei Monaten mit deutlichem Abstand am härtesten geregelt.

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Aktivist postet aus dem Gefängnis

Vergangene Woche begleitete RTL Jakob Beyer bei einer Klebe-Aktion. Er sitzt aus dem gleichen Grund wie die 18-Jähringe ebenfalls in der JVA Stadelheim. Von dort aus veröffentlichte er letzte Woche diese Botschaft:

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Offener Brief an die Bundesregierung

Mit einem offenen Brief haben sich die Aktivisten an die Bundesregierung gewandt. Davon erhoffen sie sich ein „ernsthaftes“ und „sachliches“ Gespräch. Darin enthalten sind die Forderungen der „Letzten Generation“, für die sie seit Wochen auf die Straße gehen:

Ein Tempolimit auf Autobahnen von 100km/h sowie ein 9-Euro-Ticket im Nahverkehr.

Sollte ein konstruktives Gespräch zustande kommen, würde dies das sofortige Ende der Proteste bedeuten, erklärt Sprecherin Schubert. Anderenfalls werde die Gruppe weiterhin für eine „maximale Störung der öffentlichen Ordnung sorgen“. (ndi)