Spaß und Nervenkitzel

Postspringer am Lake Geneva (USA): Wer zu langsam ist, geht baden

13. Juni 2021 - 20:19 Uhr

Traditionelle Postlieferung über dem Seeweg

In der Stadt Lake Geneva, im US-Bundesstaat Wisconsin, wird seit über 100 Jahren die Post per Boot ausgeliefert. Da das Boot auf seiner Tour nicht anhält, müssen sogenannte "Mailjumper" ans Werk. Die Herausforderung für die Postspringer ist es, während der Fahrt auf einen Steg zu springen, die Post in den Briefkasten zu stecken und rechtzeitig wieder auf das Boot zurückzukehren.

Post wird am Lake Geneva während der Fahrt ausgeliefert

Mit einer Geschwindigkeit von rund acht Stundenkilometern gleitet die Walworth II über den Lake Geneva. Gleich passiert das Postboot den ersten Anlegersteg auf seiner Tour. Am Bug des Bootes wartet Sid Pearl konzentriert auf den richtigen Moment zum Absprung. Mit einem Satz landet der junge Mann auf dem Steg, läuft dann direkt zum Briefkasten, liefert die Post ab und hechtet sofort wieder zurück auf das vorbeifahrende Boot. Mit dieser perfekten Vorstellung hat Sid Pearl seinen diesjährigen Sommerjob sicher in der Tasche.

Für die Postspringer zählt jede Sekunde

Nur etwa zehn Sekunden Zeit hat ein Postspringer für ein Auslieferung. Sonst ist das Boot in unerreichbarer Ferne. Auf einer Tour werden rund 60 Haushalte am See mit der Post versorgt. Da kommt es neben einer guten Fitness besonders auf das richtige Timing an.

Dennoch ist die Arbeit als Postspringer auf der Walworth II unter den Teenagern aus der Gegend sehr begehrt. Die Bewerber müssen sich zu Saisonbeginn einem Auswahlverfahren unterziehen, denn nur 6 Mailjumper werden eingestellt. Als nächstes ist Marissa Torres-Raby an der Reihe. Ihre größte Sorge gilt dem Rücksprung auf das Boot, weil sie nicht wie ein Käfer auf die Fensterscheibe platschen möchte. Doch sie schafft alles gleich beim ersten Versuch.

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Mailjumping in Wisconsin ist eine Touristenattraktion

Seit 105 Jahren wird an diesem idyllischen Urlaubsort unweit der US-Metropole Chicago die Post von den Postspringern ausgeliefert. An dieser Tradition hat man bis heute festgehalten, obwohl seit den 1920-iger Jahren eine Straße rund um den See alle Häuser miteinander verbindet. Das "Mailjumping" hat sich zu einer großen Touristenattraktion entwickelt. Die Fahrt mit dem Postboot ist ein echtes Highlight, besonders wenn man eine nasse Landung eines Postspringers im See live miterleben kann. (rra)

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