10. Mai 2019 - 10:51 Uhr

Jeder dritte Patient bekommt eine Post-Stroke-Depression

Etwa 270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Nicht nur die körperlichen Folgen sind oft katastrophal: Auch die Seele wird bei vielen Betroffenen in Mitleidenschaft gezogen. Laut 'Deutscher Schlaganfall-Gesellschaft' leidet jeder dritte Patient unter einer sogenannten Post-Stroke-Depression (PSD).

Für die Schlaganfall-Reha ist eine gesunde Psyche unerlässlich

Der Weg zurück in ein normales Leben ist für viele Schlaganfall-Patienten steinig: Schon die neurologische Rehabilitation erfordert Willen und Ausdauer. Wer gegen die Lähmung eines Körperteils oder eine Spastik kämpft, braucht neben körperlicher Kraft auch eine starke Psyche. Die macht aber nicht bei jedem mit: Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft trifft die Depression in erster Linie Frauen, ältere Menschen und Patienten ohne soziale Unterstützung. Menschen mit vorhandenen psychischen Störungen leiden nach dem Schlaganfall häufiger unter einer PSD.

Die Depression kann auch biologische Ursachen haben

Aber die Depression ist nicht zwangsläufig eine psychische Reaktion auf die Behinderung. Sie kann auch biologische Ursachen haben und auftreten, wenn bei einem Schlaganfall bestimmte Hirnbereiche verletzt worden sind. Das erklärt, weshalb die Depression bei Schlaganfall-Patienten häufiger festgestellt wird als bei Menschen, die durch eine orthopädische Erkrankung vergleichbar stark behindert sind.

Antidepressiva können helfen

Eine Post-Stroke-Depression raubt vielen Betroffenen den Antrieb, gegen die körperlichen Folgen des Schlaganfalls zu kämpfen. Oft nehmen sie eine Schlaganfall-Therapie auch gar nicht als solche wahr. Die PSD jedoch ist gut behandelbar; Antidepressiva spielen dabei eine wichtige Rolle: Die Medikamente sollen die Psyche wieder ins Gleichgewicht bringen. 

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