Falsche Versandkosten

Polizei warnt vor neuer Paypal-Betrugsmasche

06. Juli 2020 - 15:56 Uhr

Verkäufer aufgepasst!

Die neue Betrugsmasche betrifft private Verkäufer im Netz. Dabei ist es egal, was Sie verkaufen: Ob eine alte Gitarre, eine Uhr oder ein Sofa – die Betrüger springen auf fast alle Artikel an. Wir erklären, wie Betrüger versuchen an Ihr Geld zu kommen und wie Sie sich davor schützen können. Im Video sehen Sie, wie Betrüger bereits im März diesen Jahres mit einer ähnlichen Taktik PayPal-Nutzer reinlegen wollten.

Warnung des Landeskriminalamtes

Verkäufer und Käufer im Netz nutzen gerne den Bezahldienst PayPal, da die Plattform als besonders sicher gilt. Doch wegen seiner großen Beliebtheit gerät PayPal auch immer wieder in den Fokus von Betrügern, die immer neue Betrugsmaschen entwickeln. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt nun vor einer besonders perfiden Masche. 

Wie funktioniert die Betrugsmasche?

Wenn Sie einen Artikel zum Verkauf ins Netz gestellt haben, meldet sich ein angeblicher Interessent und bietet an, per PayPal zu bezahlen. Sie geben Ihre PayPal-Kontaktdaten wie bei jeder normalen Kaufabwicklung weiter und warten auf Ihr Geld. Der Betrüger gibt dann an, er müsse ein Transportunternehmen organisieren, da er selbst den Artikel nicht abholen könnte.

Sobald Sie Ihre Kontaktdaten geschickt haben, bekommen Sie eine Mail, dass der Käufer das Geld überwiesen habe und Sie nun einen Transportdienst beauftragen müssten. Das Geld kommt natürlich nicht auf dem Konto des Verkäufers an – der bekommt lediglich eine gefälschte Mail, dass die Zahlung getätigt worden sei und das Geld dem Konto gutgeschrieben werden würde, sobald die Bestätigung des Transportunternehmens eingegangen sei.

Der Käufer gibt ein Transportunternehmen vor, dass der Verkäufer beauftragen und bezahlen soll. Er schickt auch direkt die Bankverbindung des angeblichen Transportunternehms mit. Laut LKA sitzt das Unternehmen angeblich in Belgien, zumindest geht das Geld an ein belgisches Konto. Hat der Verkäufer diese Zahlung getätigt, ist das Geld futsch und der vermeintliche Käufer ist nicht mehr zu erreichen.

So erkennen Sie die Betrugsmasche: 

  • Die Nachrichten des Täters sind allgemein und beziehen sich nicht direkt auf den angefragten Artikel
  • Täter behaupten, einen Sitz oder Arbeitsplatz im Ausland zu haben und daher nicht selbst vorbeikommen zu können
  • Die Sprache und Wortwahl klingt nach Übersetzungsprogramm, obwohl es ein klassisch deutscher Name ist
  • Angeblich wurde mehr Geld überwiesen, damit der Versandweg bezahlt werden kann

Die genauen Wortlaute der E-Mails können Sie in der Auflistung des Landeskriminalamtes Niedersachsen nachlesen. 

Was tun, wenn ich schon betrogen worden bin?

Die Hoffnung, das bezahlte Geld zurückzubekommen ist leider sehr gering, berichtet das Landeskriminalamt. Dennoch sollten Opfer umgehend ihre Bank kontaktieren und zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstatten und sämtliche Unterlagen, wie etwa den Mailverkehr dafür mitbringen.