Plötzlich im Rollstuhl: Nach einer Hepatitis-Impfung ist Anouk gelähmt

12. März 2018 - 17:18 Uhr

Hoher Preis für den Impfschutz

Mit nur 22 Jahren trifft sie der Schicksalsschlag: Nach einer Hepatitis-Impfung gibt der Körper der jungen Anouk Smitt plötzlich nach. Die Nervenbahnen im Rückenmark entzünden sich und sie erleidet eine schlimme Querschnittslähmung. Die Wahrscheinlichkeit für diesen Verlauf liegt bei 1:10 Millionen. Trotz der schlimmen Diagnose lässt sich Anouk nicht unterkriegen und ermutigt alle, sich weiterhin impfen zu lassen.

Autoimmunerkrankung durch Impfung?

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Impfstoffe zu einer Autoimmunerkrankung führen. Impfungen zielen direkt auf eine Stimulation des Immunsystems ab, eine Autoimmunerkrankung bezeichnet die Überaktivität des Immunsystems.

Genauso trifft es Anouk Smitt. "Ich kann mich noch sehr an den Augenblick erinnern, als ich in der Küche stand, meine Beine geben nach und fangen plötzlich an zu kribbeln und plötzlich hab ich sie gar nicht mehr gespürt. Danach bin auf dem Küchenboden zusammengebrochen", sagt die 22-Jährige. Ihre Ärzte erkennen sofort, dass die vorgenommene Hepatitis-Impfung der Grund für den Ausbruch der Autoimmunerkrankung ist. Es passiert zwar sehr selten, aber es passiert. Das Risiko für diesen Verlauf liegt bei 1:10 Millionen. Anouks Rückenmark entzündet sich, beim Sitzen spürt sie ihren Hintern nicht mehr - dann folgen die Beine: "Es hat keine zwei Monate gedauert und dann ging gar nichts mehr. Ab dem Bauchnabel abwärts bin ich jetzt komplett gelähmt", erzählt sie.

Das Leben geht weiter - ob mit oder ohne Rollstuhl

Nach der Diagnose fällt Anouk zunächst in ein riesiges Loch. Doch sie will sich nicht unterkriegen lassen. Ihr Freund Lukas unterstützt sie rund um die Uhr. Mit ihm schreibt sie jetzt einen Blog über ihre Geschichte und das Leben im Rollstuhl. "Es macht keinen großen Unterschied, ob ich jetzt im Rollstuhl oder zu Fuß unterwegs bin - im Endeffekt ist mein Tag trotzdem wunderschön, wenn ich mit meinem Hund am See spazieren bin", sagt Anouk.

Die heute 24-Jährige lässt sich nicht unterkriegen - Anouk hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und wird trotz ihrer Einschränkungen das Leben jeden Tag in vollen Zügen genießen. Und so tragisch ihre Geschichte auch ist: Anouk würde sich jederzeit wieder impfen lassen!

Was unser Reporter noch über ihr Schicksal erfahren konnte, sehen Sie im Video.

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