Muss ich meinen alten jetzt eintauschen?

Einen neuen Perso gibt's nur noch gegen Fingerabdruck

Den neuen Perso gibt's ab jetzt nur noch gegen Fingerabdruck.
Den neuen Perso gibt's ab jetzt nur noch gegen Fingerabdruck.
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03. August 2021 - 8:56 Uhr

Bisher nur für Reisepass fällig

Wer ab heute (2. August) in seiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung einen neuen Personalausweis beantragt, muss seinen Fingerabdruck abgeben. Bisher waren die Abdrücke nur für den Reisepass fällig. Das ändert sich jetzt. Aber was passiert mit dem alten Ausweis? Muss der jetzt umgetauscht werden?

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Gebühren bleiben gleich

Die Personalausweise werden innerhalb der gesamten EU angeglichen – neben der Fingerabdrucks-Pflicht ändert sich auch das Design: Das EU-Logo wird nämlich auf der Vorderseite funkeln. Die Gebühren für den Personalausweis im neuen Design ändern sich dagegen nicht.

  • 22,80€ für Antragssteller unter 24 Jahren
  • 37,00€ für Antragsteller über 24 Jahren

Zusätzliches Identitätsmerkmal

Mit der Einführung des Fingerabdrucks wird ein zusätzliches Identitätsmerkmal eingeführt. Auslesen dürfen die Fingerabdrücke Polizeibehörden, Meldebehörden und Dienststellen, die mit der Verarbeitung von Personalausweisen beauftragt sind. Auch die Zoll- und Steuerfahndung können unter gewissen Umständen drauf zugreifen. Das erfolgt aber nur unter strengen Auflagen.

Aber was passiert jetzt eigentlich mit den alten Persos, auf denen noch keine Fingerabdrücke gespeichert sind?

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Datenschützer warnen vor Sicherheitslücken

Erst einmal nichts. Bestehende Ausweise bleiben bis zum Ablauf gültig. Erst dann greift die neue Fingerabdrucks-Pflicht. Kinder unter sechs Jahren müssen dagegen keine Abdrücke abgeben. Dass der Fingerabdruck im Perso für alle anderen zur Pflicht wird, stößt bei Datenschützern auf Kritik.

Zwar werden die Behörden dazu aufgefordert, die Daten zum Fingerabdruck nach der Aushändigung zu löschen. Beim Reisepass, für den seit 2007 Fingerabdrücke genommen werden, sind die Abdrücke aber manchmal länger als nötig in den Meldebehörden gespeichert worden.

Ein mögliches Sicherheitsrisiko also. Und auch Friedemann Ebelt von der Datenschutzorganisation Digitalcourage e.V warnt in einem ZDF-Bericht: "Eine Fingerabdruck macht eine Person ein Leben lang weltweit identifizierbar." Datenschützer wie er raten deshalb dazu, ganz auf die Speicherung von Fingerabdrücken zu verzichten. (bmi,xst)

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