Gesundheitsminister der Länder beraten

Gesundheitsminister beraten heute: Impfungen für Kinder ab 12?

02. August 2021 - 10:06 Uhr

12-bis 17-Jährige sollen Impfangebot bekommen

Nach den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums sollen noch mehr Jugendliche ein Impfangebot bekommen. An diesem Montag beraten die Gesundheitsminister der Länder. Nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums sollen 12- bis 17-Jährige in allen Bundesländern ein solches Angebot bekommen. Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor. Auch über Auffrischimpfungen dürfte dabei diskutiert werden.

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Europäische Arzneimittelbehörde hat Impfstoffe ab 12 zugelassen

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna.

Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

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Einige Länder planen Impfaktionen an Schulen

"Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten", schreibt das Ministerium in dem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag. Auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte, die Angehörige impften, könnten eingebunden werden. In einigen Ländern sind bereits Impfaktionen etwa an Schulen geplant. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beginnt der Unterricht nach den Sommerferien an diesem Montag wieder, in Hamburg am Donnerstag.

Für junge Erwachsene sollen die Länder "niedrigschwellige Angebote" in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen, so der Beschlussentwurf für Montag. "Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen."

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) befürwortet Impfungen für Jugendliche. Auch aus Sachsen-Anhalt kam Zustimmung. Die amtierende sachsen-anhaltische Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Nachfrage dazu ist vorhanden." Das Land plane bereits Sonder-Impfaktionen für Heranwachsende.

Kritik kam von der FDP. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner warnt im RTL/ntv Frühstart vor einer Impfpflicht durch die Hintertür, sollten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern sich für eine Impfzulassung für 12- bis 16-jährige Jugendliche ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission entscheiden. "Es gibt noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Deshalb darf auch nicht der Eindruck durch die Regierungen erweckt werden, die Impfung für junge Menschen sei so etwas wie der Zugang zur Schule, also quasi eine indirekte Impfpflicht."

Dennoch hält der FDP-Chef ein freiwilliges Impfangebot an Kinder und Jugendlichen grundsätzlich für richtig, soweit sie sich nach Abwägung in der Familie dafür oder dagegen entscheiden können:

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Weiteres Thema: Auffrischungsimpfungen

Ein weiteres Thema der Gesundheitsminister sollen Auffrischimpfungen sein. Für bestimmte Gruppen schlägt das Bundesgesundheitsministerium entsprechende Impfungen ab September vor. Insbesondere bei immungeschwächten, sehr alten und pflegebedürftigen Menschen wiesen Studienergebnisse auf einen verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung hin.

Die Länder sollen deshalb laut Entwurf mobile Impfteams unter anderem in Pflegeeinrichtungen schicken. Menschen mit einer Immunschwäche oder in häuslicher Pflege sollen demnach von ihren Ärzten eine Auffrischimpfung angeboten bekommen. Diese Impfungen sollen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erfolgen, also mit den Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna. (dpa/eku)

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