Fall über Penisfisch in RTL-Medical-Serie "Nachtschwestern"

So gefährlich sind die Penisfische wirklich

18. Juni 2020 - 12:36 Uhr

Seltener Penisfisch-Fall bei den "Nachtschwestern"

Bei der RTL-Serie Nachtschwestern hat in der aktuellen Folge "Kampfgeist" ein Patient einen so genannten Penisfisch im Körper. Die Ärzte in der Serie rätselten lange bis sie wie im Video zu sehen auf die Diagnose kamen. Doch auch im realen Leben, können Menschen Opfer eines Penisfisches sein. Warum sie so gefährlich sind, erklärt unser Medizinjournalist Dr. Christoph Specht.

Die ganze Geschichte zu den Penisfischen bei den "Nachtschwestern" gab es am Dienstag, den 16. Juni ab 20:15 Uhr bei RTL zu sehen. Die Folge ist zum nachträglichen Abruf online auf TVNOW verfügbar. 

Mensch wird nur aus Versehen zum Opfer des Penisfisches

Penisfische heißen eigentlich Candiru. Den Spitznamen Penisfisch haben sie, weil sie gelegentlich über die Harnröhre in den Penis eindringen. Das machen die bleistiftförmigen, bis zu 15cm großen Fische nicht etwa absichtlich, es ist eine Verwechslung. Der Candiru ist eigentlich auf der Suche nach anderen Fischen. Diese verströmen über ihre Kiemen Harnstoffe ab. Der Candiru folgt dem Geruch und schwimmt in die Kiemen.

Dort beißt er sich mit Widerhaken fest, frisst sich satt und verschwindet nach wenigen Minuten wieder. Wenn ein Mann ins Wasser pinkelt, entsteht eine ähnliche Strömung wie bei Kiemen von Fischen und es wird mit dem Urin ein vergleichbarer Stoff wie beim Fisch im Wasser verbreitet. Der Candiru schwimmt dann gegen die Urinströmung und denkt er wäre auf dem Weg in die Kiemen eines Fisches. Im Penis angekommen, beißt sich der Candiru mit seinen Widerhaken fest. Das Problem ist, dass die Harnröhre so eng ist, dass der Fisch nicht mehr alleine wieder rauskommt.

Auch Frauen können zum Opfer werden

Aber nicht nur Männer können Opfer eines Penisfisches werden. Der Candiru schwimmt auch in eine Vagina, wenn eine Frau ihn unfreiwillig mit Urin anlockt. Dort kann sich der kleine Fisch auch aus der engen Harnröhre nicht mehr selbstständig befreien. In selteneren Fällen schwimmt der Candiru auch in andere Körperöffnung wie zum Beispiel die Nase oder die Ohren. Aufgrund der fehlenden Harnstoffe passiert das aber deutlich seltener. Medizinjournalist Dr. Christoph Specht hat selbst am Tropeninstitut in Liverpool schon einen Fall eines Penisfisch-Befalls untersucht und rät daher eindringlich: "Das Pinkeln in vom Candiru bewohnten Gewässern dringend zu vermeiden."

Penisamputation droht

Liegt ein Candiru-Befall vor, ist dieser für den Menschen äußerst schmerzhaft. Dr. Specht warnt dringend den Arzt aufzusuchen. "Denn bleibt der Fisch zu lange im Körper droht eine Blutvergiftung", warnt der Mediziner. Die Operation sei zudem nicht unkompliziert, weil der Fisch schlecht zu erreichen sei. Oft könne man nur endoskopisch über die Harnröhre arbeiten. Im Zweifel droht eine Amputation des Penis.

Candirus leben im Amazonas

Der Candiru kommt fast ausschließlich in Brasilien und dort vermehrt im Amazons vor. Aus anderen Regionen sind keine Fälle von Verletzungen durch den Penisfisch dokumentiert. Die Ur-Einwohner des Amazonas kennen das Problem und schützen sich, indem sie mit einer Schnur den Penis zubinden und nach oben richten.

Die "Nachtschwestern" auch auf TVNOW

Aktuelle Folgen der "Nachtschwestern" gibt es auf TVNOW zu sehen.