12 E-Bikes auf dem Prüfstand

Pedelecs im Warentest: Teuer heißt nicht besser

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt - ob das auch für Pedelecs gilt?
© Andrey Popov (Andrey Popov (Photographer) - [None], Andrey Popov

27. Mai 2020 - 16:21 Uhr

Elektrofahrräder sind angesagt, es gibt aber deutliche Qualitätsunterschiede

Das Fahrradfahren ist dank E-Bikes wesentlich entspannter, denn der Elektromotor sorgt dafür, dass steile Anstiege oder heftiger Gegenwind kaum noch schweißtreibende Hürden sind, die es zu überwinden gilt. Genau deswegen macht das Radeln auf einem Elektrorad extra Spaß. Leider sind nicht alle Modelle wirklich empfehlenswert, wie der Stiftung-Warentest-Check für Heft 06/2020 gezeigt hat. Und das trotz der meist hohen Preise. Die Probefahrer prüften insgesamt 12 E-Bikes in den Preisklassen zwischen 2.150 und 3.500 Euro auf Fahrtauglichkeit, Antrieb, Handhabung, Sicherheit und Haltbarkeit. Außerdem wurde geschaut, ob Schadstoffe in den Rädern vorhanden sind.

Vier Pedelecs überzeugten die Tester

So richtig gut fanden die Tester bei der Probefahrt auf Mallorca lediglich vier E-Bikes. Besonders punkten konnte hier unter anderem das KTM Macina Tour 510 Elektrofahrrad für 2.900 Euro mit der besten Gesamtnote von 1,7. Es fährt stabil mit und ohne Gepäck, hat einen lange haltenden Akku und überzeugt mit einem kraftvollen Bosch-Motor. Auch gut ist das E-Courier PT5 von Stevens für 3.000 Euro, das sich wie alle Testsieger als sehr wendig, robust und fahrstabil erwiesen hat. Einzig bei der Bergauffahrt schwächelt das E-Bike etwas, sodass es die etwas schlechtere Note 2,3 erhielt.

In die Kategorie "befriedigend" fielen drei Modelle, darunter das günstigere Vitality Eco 7 von Kreidler. Der Sattel ist - wie bei zwei weiteren Rädern - mit dem Phthalat-Weichmacher DPHP belastet. Im Tierversuch erwies er sich als schädlich für Hirnanhangs- und Schilddrüse. Für diesen gibt es jedoch keinen Grenzwert, sodass das Elektrofahrrad insgesamt immer noch die Note 2,9 erhielt und die anderen belasteten Räder der Note "mangelhaft" noch ausweichen konnten. Das Modell von Kreidler zeigte sich im Praxistest sehr robust, mit einem leisen Motor und einem ausreichend lange haltenden Akku.

Einige Marken-E-Bikes enttäuschten

Insgesamt fünf Räder erhielten die Noten "ausreichend" oder "mangelhaft" und konnten im Test somit nicht überzeugen. Besonders enttäuschend waren dabei die E-Bikes von Kalkhoff und Kettler, da beide nicht brandsicher sind.

Dass der Preis nicht immer etwas über die Qualität aussagt, zeigte auch das Ergebnis dieses Tests: Die jeweils günstigsten (Fischer) und teuersten (Flyer) Elektrofahrräder wiesen nach der Fahrt Risse im Rahmen auf. Mit Gepäck erwies sich das E-Fahrrad von Qwic außerdem als äußerst instabil, da es mit und ohne Gepäck beim Fahren stark hin und her schwankte.