Sanfte Behandlungsmethode

Hilfe durch Osteopathie: Baby Leandros Beweglichkeit durch Blockaden eingeschränkt

29. Juli 2019 - 11:36 Uhr

Die Folgen der Geburt

Die erste Zeit nach der Geburt ist für viele Eltern wunderschön und aufreibend. Was aber tun, wenn die Kleinen unter Koliken, Schlafstörungen, Fehlstellungen und eingeschränkter Mobilität leiden? Viele frischgebackene Eltern schwören dann auf den Besuch bei einem Osteopathen. So auch Lisa, die Mutter des achtmonatigen Leandro. Wie Osteopathin Leonie Rudelt dem kleinen Leandro geholfen hat und woher seine Beschwerden kamen, sehen Sie in unserem Video.

Bei diesen Beschwerden hilft Osteopathie

Bei der Geburt sind Säuglinge starken Kräften ausgesetzt. Durch den Druck, einen Geburtsstillstand oder einen Kaiserschnitt kann es zu Verschiebungen der Schädelknochen und der Halswirbel beim Neugeborenen kommen. Aber auch schon eine ungünstige Lage im Mutterleib kann sich auf das Baby auswirken. Das kann sich durch ständiges Schreien, Saugstörungen, Koliken, Fehlstellungen oder Schlafstörungen äußern. Wenn die Babys leiden, kann der Osteopath durch eine sanfte Behandlung mit seinen Händen helfen.

Was genau ist Osteopathie?

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) gilt als Begründer der alternativmedizinischen Behandlungsmethode Osteopathie. Er ging davon aus, dass Organe, Knochen, Gewebe oder Gelenke im Einklang verbunden sein müssen. Diese Verbindung kann durch Spannungen und Blockaden behindert sein und Krankheiten können entstehen. Um das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen, werden die Selbstheilungskräfte des Körpers genutzt.

Das passiert bei der Baby-Osteopathie

Bei der Behandlung erkundigt sich der Osteopath normalerweise zuerst bei einem ausführlichen Gespräch nach dem Ablauf der Schwangerschaft und der Geburt. Besonders bei schnellen Geburten kann sich der Druck auf den Kopf und den Hals des Babys negativ auswirken. Auch ein enger Geburtskanal kann zu Gefäßverengungen und Verschiebungen der Schädelknochen oder Halswirbel führen.

Nach der Betrachtung des äußeren Erscheinungsbildes tastet der Osteopath mit seinen Händen über den Körper, um Spannungen und Blockaden aufzuspüren und testet die Beweglichkeit der Gelenke. Komplett ohne Medikamente, nur mit der Kraft der Berührungen, sollen die Beschwerden gelindert und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Achtung: Berufsbezeichnung Osteopath nicht geschützt

Viele Eltern berichten von den positiven Ergebnissen einer osteopathischen Behandlung. So schön die sanfte Methode für Babys klingt, es ist dennoch Vorsicht geboten. Denn bisher gibt es keine aussagekräftigen Studien, die die Wirksamkeit von Osteopathie belegen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Berufsbezeichnung Osteopath nicht geschützt ist. Zwar ist eine Zusatzausbildung nötig, aber die Art und Dauer der Ausbildung können sehr unterschiedlich sein. Es gibt somit keine Vorgaben, wann sich ein Arzt, Heilpraktiker oder Physiotherapeut Osteopath nennen darf.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Vor dem Gang zum Osteopath sollten die Probleme immer erst mit dem Kinderarzt besprochen werden. Zudem sollte bei der Auswahl des Osteopaths darauf geachtet werden, dass er auf Babys und Kinder spezialisiert ist. Da die Wirkungsweise nicht bewiesen ist, übernehmen Krankenkassen oft nur einen Teil der Kosten. Hier sollten sich Eltern im Vorfeld bei der eigenen Krankenkasse informieren.