Ablauf steht seit Jahrzehnten fest

„Operation London Bridge“: Das passiert nach dem Tod von Queen Elizabeth II.

Operation London Bridge – was folgt jetzt? Nach Tod von Queen Elizabeth
01:55 min
Nach Tod von Queen Elizabeth
Operation London Bridge – was folgt jetzt?

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Um den reibungslosen organisatorischen Ablauf nach dem Tod von Mitgliedern der königlichen Familie zu gewährleisten, gibt es bereits zu deren Lebzeiten einen detailliert ausgearbeiteten Plan für den Ernstfall – inklusive Codename. So natürlich auch bei Queen Elizabeth II. Die britische Königin hat ihren letzten Atemzug getan, jetzt startet die „Operation London Bridge“. Wir erklären, was jetzt passiert.

Hier im Live-Ticker gibt es alle Neuigkeiten über den Zustand der Queen.

Die Queen selbst hat bei der Planung ihres Abschieds mitgewirkt

„Operation London Bridge“ (auch bekannt unter „London Bridge is Down“) wurde in den 1960er Jahren entwickelt und zwischenzeitlich mehrfach upgedatet. Einige wichtige Entscheidungen wurden dabei noch von der Königin selbst getroffen. An der Planung sind ansonsten Regierungsstellen, die Kirche von England, der Metropolitan Police Service, die britischen Streitkräfte, die Medien, die Royal Parks, die Londoner Stadtbezirke und das Londoner Transportwesen beteiligt.

Die „Operation London Bridge“ bezieht sich hauptsächlich auf Ereignisse, die im Vereinigten Königreich stattfinden. Neben Großbritannien haben allerdings auch die anderen Commonwealth-Staaten, in denen Queen Elizabeth als Monarchin fungiert, Pläne für die Tage nach ihrem Tod entwickelt. Diese entsprechenden Pläne laufen zeitgleich mit der „Operation London Bridge“ an.

Operation „London Bridge is down“ ist gestartet

Mit dem Satz „London Bridge is down“ wird der britische Premierminister vom Privatsekretär der Queen über eine sichere Telefonleitung darüber informiert, dass die Monarchin tot ist. Ursprünglich wurden diese Codenamen eingeführt, damit die Telefonzentrale des Buckingham Palastes nicht vor der öffentlichen Bekanntgabe des Todesfalls davon erfährt. Als König George VI., der Vater der Queen, 1952 starb, wurde die Regierung mit dem Code „Hyde Park Corner" informiert. Inzwischen tragen die Beerdigungspläne für Mitglieder der königlichen Familie Namen prominenter Brücken im Vereinigten Königreich. Prinz Philips Tod am 9. April 2021 lief unter dem Codenamen „Operation Forth Bridge“.

Das „Global Response Centre“ des „Foreign and Commonwealth Office“ wird die Nachricht über den Tod der Königin an die Regierungen der fünfzehn anderen Länder, deren Staatsoberhaupt Elizabeth II. war und an die 36 Regierungen der Commonwealth Nationen übermitteln.

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Die britischen Medien sind auf den Todesfall schon lange vorbereitet

Sämtliche Medien wie TV und Radio werden durch blaue „Nachruflichter" in den Sende-Zentralen alarmiert, sich auf eine Eilmeldung vorzubereiten. Das Programm wird unterbrochen. Für TV-Moderatoren liegt passend zum traurigen Anlass dunkle Kleidung bereit. Der Ablauf ihrer Moderation zum royalen Tod wird vorab geprobt.

Die Nachricht, dass die Queen tot ist, wird auf der offiziellen Webseite des Palastes verkündet und auch in alter Tradition am Tor des Buckingham Palastes aufgehängt. Im Stadtgebiet von London läuten alle Kirchenglocken gleichzeitig. Damit die Glocken einen feierlichen Klang erzeugen, werden sie dazu extra mit Ledermuffen überzogen.

In lokalen Regierungsgebäuden werden die Flaggen auf Halbmast gehisst. Das Parlament wird zusammen gerufen und der Premierminister wird innerhalb weniger Stunden nach dem Tod der Königin vor dem Unterhaus sprechen. In Flugzeugen werden Piloten den Tod der Monarchin durchsagen.

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Öffentlicher Abschied in London, aber letzte Ruhe in Windsor neben Prinz Philip

Die Queen wird im Tod wieder mit ihrem geliebten Mann Prinz Philip vereint sein.
Die Queen wird im Tod wieder mit ihrem geliebten Mann Prinz Philip vereint sein.
www.imago-images.de, imago images/Parsons Media, Andrew Parsons / Parsons Media via www.imago-images.de

Mit dem Tod der Königin startet in Großbritannien eine zwölftägige Trauerphase. In dieser Zeit wird der Leichnam der Queen in den Buckingham Palast gebracht. Der Sarg wird im Thronsaal aufgestellt und später in die Westminster Hall überführt. Dort wird die Königin nach einem Gottesdienst drei Tage lang aufgebahrt, damit sich die Öffentlichkeit von der Monarchin verabschieden kann.

Das Staatsbegräbnis findet zehn Tage nach dem Tod der Königin in der Westminster Abbey statt. Etwa 2.000 Gäste werden erwartet, darunter viele Politiker und Vertreter des Hochadels. Der Erzbischof von Canterbury wird die Andacht leiten – so wie auch bei der Trauerfeier für Prinz Philip am 17. April 2021. Wie von der Königin und dem Premierminister vereinbart, wird der Tag der Beerdigung zum Volkstrauertag erklärt. Im gesamten Vereinigten Königreich werden um die Mittagszeit zwei Schweigeminuten abgehalten. In London und Windsor werden Prozessionen stattfinden.

In einem Trauerzug wird der Sarg von Queen Elizabeth II. danach knapp 38 Kilometer bis nach Windsor Castle transportiert. Für die Königin ist ein Grab in der kleinen König-Georg-VI.-Gedenkkapelle vorgesehen. Dort liegen auch ihr Vater, König George VI., ihre Mutter und ihre Schwester, Prinzessin Margaret.

Damit die Queen wieder mit ihrem Mann vereint sein kann, der 73 Jahre an ihrer Seite war, wird Prinz Philip, der in der königlichen Gruft der St George’s Chapel beigesetzt wurde, extra umgebettet.

Prinz Charles wird am Tag nach dem Tod der Queen König

Prinz Charles wird nach dem Tod der Queen König sein.
Prinz Charles wird nach dem Tod der Queen König sein.
bsc pil axs, dpa, Victoria Jones

Am Tag nach dem Tod der Königin tritt der Thronfolger-Rat im St. James's Palace zusammen, um den neuen Monarchen zu proklamieren. Das wird automatisch Prinz Charles, der älteste Sohn der Queen, sein. Seine Frau Camilla wird ab den Titel „Königsgemahlin“ tragen. Das hat Elizabeth im Rahmen ihres 70. Thronjubiläums im Februar 2022 selbst bestimmt. Noch am Abend des Todes seiner Mutter wird sich der neue König in einer Rede an sein Volk wenden.

Ob Charles als König Charles III. in die Geschichte eingehen wird, bleibt ihm überlassen. Der neue Monarch darf sich seinen Namen nämlich selbst aussuchen und könnte sich auch König Arthur, König Philip oder König George nennen lassen. Das Parlament wird noch am Abend des Todes der Königin zusammentreten und dem Nachfolger von Elizabeth II. die Treue schwören.

Die offizielle Krönung des neuen Königs wird einige Monate nach dem Begräbnis der Queen stattfinden. (csp)

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