Weil sie zu früh das Tempo herausnahm

Favoritin scheitert sensationell im Halbfinale über 200 Meter

Ging ein unnötiges Risiko ein und bezahlte dafür: Shericka Jackson.
Ging ein unnötiges Risiko ein und bezahlte dafür: Shericka Jackson.
© REUTERS, PHIL NOBLE, jb

02. August 2021 - 10:59 Uhr

Harte Konsequenz für arrogantes Auftreten

Hochmut kommt vor dem Fall – genau dieser Spruch traf Sprinterin Shericka Jackson im Halbfinale über 200 Meter. Die Bronzemedaillen-Gewinnerin über die 100 Meter leistete sich einen Arroganz-Anfall, der ihr am Ende sogar den Einzug ins Finale gekostet hat.

Platz vier reicht nicht für das Finale

Weil sie kurz vor dem Ziel bereits einen großen Vorsprung hatte, ließ die Jamaikanerin das Rennen gemächlich auslaufen, um Kraft für das Finale zu sparen. Jackson verlangsamte aber so schnell, dass sie noch von zwei Läuferinnen überholt wurde und auf Rang vier ins Ziel kam. Für einen Platz im Finale ist aber mindestens Rang drei im Semifinal nötig.

Nicht nur bei Jacksons Trainerteam, sondern auch bei den Experten sorgte der Auftritt für Kopfschütteln. "Jackson ist fast nur herumgejoggt - was zum Teufel?", wunderte sich etwa Ex-Läufer Steve Cram bei BBC.

"Preis dafür bezahlt"

Ihr Trainer Stephen Francis nahm die Blamage seiner Athletin dagegen sehr gefasst hin: "Sie hat sich offensichtlich verschätzt und den Preis dafür bezahlt. Ich hatte erwartet, dass sie besser abschneidet. Sie wird daraus lernen."

Mit ihrem Lauf bei angezogener Handbremse verstieß Jackson außerdem gegen eine Richtlinie, die bei fast allen Wettkampf-Sportarten gilt: Eine zu krasse Verlangsamung wird als Unsportlichkeit gegenüber der anderen Athleten interpretiert und kann im Zweifel sogar zu Disqualifikation führen. Im Falle Jackson war das Halbfinal-Aus aber sowieso Strafe genug. (lde)