Biles mit emotionalem Appell

"Wir sind nicht nur Entertainer, wir sind Menschen"

03. August 2021 - 22:53 Uhr

Turn-Star durchlebte den Horror

Sie erlebte am eigenen Leib (und Seele), wie der Erwartungsdruck einen Athleten buchstäblich zu Boden drücken kann. Über Jahre. Jetzt meldet sich Turn-Star Simone Biles nach ihrer Bronzemedaille bei Olympia am Schwebebalken mit einem eindringlichen Appell zu Wort. Sie prangert die zu hohe, fast unmenschliche Erwartungshaltung an, die viele Sportler erdrückt. Die Folge? Mentale Probleme. Und mehr. Oben im Video schildert Biles, dass sie längst nicht die Einzige ist, die mit solchen Problemen zu kämpfen hat.

VIDEO: Reporterin über Gänsehaut-Atmosphäre bei Biles-Comeback

Ihr Mienenspiel war hinter einer riesigen weißen Corona-Maske verborgen, doch ihre Worte ließen keinen Zweifel: Simone Biles war nach ihrer Rückkehr auf die Turn-Bühne bei den Olympischen Spielen in Tokio vor allem stolz auf sich und erleichtert. Nach vier abgesagten Finals wegen psychischer Probleme hat der 24 Jahre alte US-Superstar am Dienstag im Ariake Gymnastics Center mit dem Start am Schwebebalken und der Bronzemedaille sich selbst eine Freude bereitet. "Ich war einfach glücklich, hier antreten zu können, unabhängig vom Ergebnis. Ich habe es für mich getan und war einfach stolz auf mich, dass ich noch einmal antreten konnte", sagte die viermalige Olympiasiegerin von Rio de Janeiro 2016.

Bronze mit 14,000 Punkten hinter den beiden Chinesinnen Guan Chenchen (14,633) und Tang Xijing (14,233 Zählern) war für Biles die zweite Medaille in Tokio nach Silber mit dem Team. In der Mannschafts-Entscheidung war sie nach nur einem Gerät ausgestiegen und hatte ihre mentalen Probleme öffentlich gemacht, wegen der sie auf die Starts im Mehrkampf, am Stufenbarren, im Sprung und am Boden verzichtete.

"Meine geistige und körperliche Gesundheit stehen über jeder Medaille, die ich jemals gewinnen kann", betonte sie. (lde/ana/dpa)

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