"Kämpft für eure Träume"

Jüngste Olympia-Teilnehmerin aus Syrien sendet Hoffnungs-Botschaft

Hend Zaza: Spiel verloren, Herzen gewonnen.
Hend Zaza: Spiel verloren, Herzen gewonnen.
© dpa, Kin Cheung, nic

24. Juli 2021 - 14:21 Uhr

12-jährige Syrerin ist jüngste Olympionikin seit Jahrzehnten

Ihr Olympia-Auftritt dauerte nur 24 Minuten. Doch für die gerade einmal 12 Jahre alte Hend Zaza aus Syrien war die Teilnahme bei den Spielen viel mehr als ein reines Sportevent. Nach ihrem Tischtennis-Aus hielt sie einen emotionalen Appell.

"Das ist meine Botschaft an alle"

dpatopbilder - 24.07.2021, Japan, Tokio: Tischtennis: Olympia, Vorkampf, Einzel, Frauen, Vorrunde, Liu (Österreich) - Zaza (Syrien) im Tokyo Metropolitan Gymnasium. Hend Zaza (r) in Aktion. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hend Zaza bei ihrem Auftaktmatch in Tokio.
© dpa, Georg Hochmuth, hog nic

Hend Zaza ist die jüngste Olympionikin bei den Spielen in Tokio. Die junge Sportlerin ist im Kriegsgebiet in Syrien aufgewachsen. Ihre Teilnahme schenkt Hoffnung nach all den Kriegsjahren in ihrer Heimat.

"Ich musste für das hier kämpfen, und das ist meine Botschaft an alle, die in derselben Situation sind: Kämpft für eure Träume, bleibt dran, egal was für Schwierigkeiten ihr habt, dann werden ihr euer Ziel erreichen", sagte Zaza nach ihrer klaren 0:4-Niederlage in der ersten Runde gegen die erfahrene Österreicherin Liu Jia.

Sie wuchs im Krieg auf

Zaza wurde nach offiziellen Angaben der Olympia-Organisatoren am 1. Januar 2009 im syrischen Hama geboren. Im Bürgerkrieg bot der Tischtennissport für das junge Mädchen oft eine Ablenkung, auch wenn an Training manchmal nicht zu denken war. Weil der Krieg in Hama viel zerstört hat, lebt Zaza inzwischen in der Hauptstadt Damaskus. Am Freitag trug sie bei der Eröffnung der Spiele die syrische Flagge.

Zaza ist die jüngste Olympia-Sportlerin seit 1992, als der elfjährige Spanier Carlos Front antrat. Ihr Aus wertete sie als "Lehre" für Paris, wo sie 2024 auf die olympische Bühne zurückkehren will. "Nächstes Mal wird es hoffentlich besser." Große Worte, große Ziele.

"In den letzten fünf Jahren gab es so viele Herausforderungen für mich, vor allem mit dem Krieg in meinem Land, der Verlegung und meiner Finanzierung der Spiele. Es war hart, aber ich habe für meinen Traum gekämpft."

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Immer wieder fiel der Strom aus

Schon das Tokio-Ticket war für sie wie "ein Geschenk für mein Land, meine Eltern und alle meine Freunde". Ein Geschenk in einer schlimmen Zeit. "Der Krieg hat uns alle betroffen", erzählte ihr früherer Trainer Adham Jamaan im Gespräch mit AFP: "Das Training fand oft unter schwierigen Bedingungen statt, mit Stromausfällen in dem Raum, in dem wir stundenlang festsaßen."

Auch nach zehn Jahren wird in Syrien noch gekämpft, in Zazas Heimat gilt der Olympische Frieden nichts. Immerhin eine kleine Delegation hat es nach Japan geschafft, fünf Männer und die junge Zaza aus Hama, die mittlerweile weltweit Aufmerksamkeit bekommt. (msc/dpa/sid)