Ach du lieber Himmel!

Porno-Ausstellung mit Heiligenbildern sorgt in Offenbach für Zündstoff

06. Dezember 2021 - 16:53 Uhr

Zwischen Kunst und Krawall

Eine Kunstausstellung mit Heiligenbildern, auch Ikonen genannt, ist nun keine Seltenheit. Eine Kunstausstellung in der Heilige in Porno-Szenen dargestellt werden dagegen schon. Und genau so eine Ausstellung sorgt gerade in Offenbach für ordentlich Zoff. Grafikdesignerin Christine Metzner möchte mit ihrer Ausstellung auf die Gegenpole Kirche und Sexualität hinweisen – und zieht damit die Fassungslosigkeit der Gläubigen auf sich. Mehr im Video.

Friseurbesuch mit Blick auf Pornobilder

Friseurmeisterin Zacharoula Bellou
Die Friseurmeisterin Zacharoula Bellou kann den Kunstwerken leider nicht viel abgewinnen.
© rtl.de

Die Ausstellung ist aktuell im "Superladen" in Offenbach zu sehen. Direkt daneben betreibt Zacharoula Bellou ein Friseurgeschäft. Für die gläubige Offenbacherin und ihren Bruder ist diese Darstellung der Heiligen eine Farce. Die mit Bügelperlen dargestellten Sexsymbole haben ihrer Meinung nach nichts auf einer Ikone zu suchen. "Ich kann doch nicht eine Ikone anbeten und dann hab ich diese Bilder vor mir", ärgert sich Zacharoula Bellou im Gespräch mit RTL. "Was sie mit den Bügelperlen gemacht hat, ist fantastisch", so ihr Bruder Spiridon Bellos. Auf einer Ikone hätten diese Symbole jedoch nichts zu suchen.

Aufmerksamkeit für sexuellen Missbrauch

Mit ihrer Ausstellung möchte Christine Metzner eigentlich auf das Unrecht in den Kirchen hinweisen. Besonders wichtig sind ihr dabei, die Aufmerksamkeit auf den sexuellen Missbrauch und die Stellung der Frau zu lenken. Die Ikonen seien dabei nur eine Metapher für die Institution Kirche, erzählt sie im RTL-Interview.

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Krawall bei der Eröffnung

Bei der Ausstellungseröffnung kam es schließlich zum Showdown zwischen Zacharoula Bellou, ihrem Bruder und Grafikdesignerin Christine Metzner. Die Diskussion sei ziemlich emotional und wenig sachlich gewesen, erzählt Christine Metzner. Trotzdem habe man sich darauf geeinigt, die Bilder nur noch im hinteren Teil des Superladens auszustellen. So sind sie von der Straße aus nicht mehr einsehbar. Der Penis aus Bügelperlen bleibt jedoch. (dgö)