30. Mai 2019 - 12:09 Uhr

Weniger Schadstoffe im Pils

Es ist warm. Die Sonne scheint. Es ist Sommer. Und vor einem steht ein schön gekühltes Pils mit einer großartigen Schaumkrone – so wie es sich gehört. Dann kommt der erste Schluck. Das zischt so richtig. Ein Gefühl wie ein Tag Urlaub. So, genug geträumt: Jetzt wird es bierernst. "Öko-Test" hat nämlich 43 Pils-Biere unter die Lupe oder besser gesagt unter das Mikroskop genommen. Sieben davon waren übrigens Bio-Biere. Und die Ergebnisse können sich wirklich sehen und schmecken lassen.

Schreckgespenst Glyphosat

28 Sorten ohne Schadstoffe
Ein Pils in Ehren, kann niemand verwehren
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Im Jahre 2016 schreckte der Fund von Glyphosat im Bier die Brauern und die Biertrinker auf. Plötzlich fand sich das umstrittene Spritzgift im beliebten Gerstensaft. Auch wenn die nachgewiesenen Mengen klein waren, schrillten die Alarmsirenen. Doch die gute Nachricht gleich am Anfang. Die Bierbrauer haben das Problem ernst genommen und offenbar gehandelt. Immerhin waren 28 der 43 getesteten Biere frei vom Gift. Das ist eine gute Entwicklung. Das Problem ist aber damit in Summe nicht gelöst.

Kein Pils schlechter bewertet als „befriedigend“

Ausschlaggebend ist der Geschmack
Am Ende entscheidet der Geschmack
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Im Grunde ist das "Öko-Test" Ergebnis recht erfreulich. Immerhin sind 25 Biere ohne Fehl und Tadel und dürfen sich ein "sehr gut" ans Etikett heften. Zwölf der getesteten Hopfenkaltschalen erreichen noch die Gesamtnote "gut". Sechs Pilsener müssen sich mit der Note "befriedigend" zufriedengeben. Das Erfreuliche an diesem Test: Beim beliebtesten Getränk der Deutschen hat kein Produkt die Noten "ausreichend", "mangelhaft" oder gar "ungenügend" erhalten.

Mehrweg schlägt Einweg – noch

Wenn Bier, dann Mehrwegflaschen
Mehrwegflaschen sind besser für die Umwelt
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In Sachen "Verpackung" ist Bier ein echter Musterschüler. Knapp über 80 Prozent aller Biere werden in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen an den Mann und an die Frau gebracht. Das ist gut. Leider ist die Tendenz hier rückläufig. Bierdosen und Einweg-Glasflaschen sind auf dem Vormarsch. Und Einwegverpackungen haben nach Angaben der "Deutschen Umwelthilfe" eine deutlich schlechtere Klimabilanz als Mehrwegverpackungen. Das gilt auch für Glasflaschen. Die sind nur dann wirklich umweltfreundlich, wenn sie im "Mehrweg-Einsatz" sind. Auch wer sein Bier aus der Region kauft, schont die Umwelt.

Am Ende entscheidet der Geschmack

Am Ende ist die Entscheidung, welches Bier auf den Tisch kommt, reine Geschmackssache. Und hier gibt es auch gute Nachrichten. Birgit Hinsch, Testredakteurin für Lebensmittel und Getränke bei "Öko-Test", fasst zusammen: "Die Pilsbiere im Test tragen ihren Namen zurecht. Sie haben die bierspezifischen Qualitätsprüfungen mit Bravour bestanden. Sie sind bitter genug für ein Pils, auch wenn es hier Unterschiede gibt und mildere Biere mit weniger Bittereinheiten dabei sind." Darauf ein frisches Pils – Prost!