Was steckt hinter der Zuneigung zu Gegenständen?

Objektophilie: Britin möchte ihren geliebten Kronleuchter heiraten

20. Juli 2019 - 11:41 Uhr

Objektsexuelle haben eine besonders innige Beziehung zu Gegenständen

"Meine Liebe ist genau so wie bei jedem Anderen, der verliebt ist", erzählt die Britin Amanda Liberty. Und doch ist ihre Liebe nicht alltäglich, denn das Besondere an ihrer sexuellen Orientierung ist: Sie fühlt sich zu Objekten hingezogen. Dieses Phänomen wird als Objektophilie oder Objektsexualität bezeichnet und äußert sich durch eine ganz besonders innige Beziehung zu Gegenständen wie einem Zug, einer Mauer oder eben einer Lampe. Im Video erzählt uns Amanda, wie ihre Leidenschaft angefangen hat und warum sie Kronleuchter liebt.

Was ist Objektophilie?

Die Liebe zu Gegenständen ist bisher weder in der Medizin noch in der Psychologie ausreichend erforscht, demnach gibt es keine genaue Definition. Objektophilie wird oft mit Paraphilie oder Fetischismus gleichgesetzt, Objektophile sprechen jedoch von einer sexuellen Orientierung. Für viele reduziert sich die Zuneigung nicht auf den sexuellen Teil, im Gegenteil: Sie gehen mit dem Objekt, zu dem sie sich hingezogen fühlen, eine partnerschaftliche Beziehung ein und kuscheln, küssen und reden mit ihrem geliebten Gegenstand oder geben ihm einen Namen. Die Ausprägung des Kontakts zwischen Mensch und Objekt kann von Vorliebe zu Vorliebe variieren.

Besondere Formen der Objektophilie

Es gibt mehrere Sonderformen der Objektophilie, die eigene Begriffsbezeichungen haben. Die Zuneigung zu Bäumen beispielsweise wird als Dendrophilie bezeichnet. Menschen, die hingegen Teddybären und andere Plüschtiere zur sexuellen Befriedigung nutzen, gelten als plushophil. Wer pictophil ist, wird durch das Betrachten von Gemälden sexuell erregt.