NSU-Ausschuss: Vorwürfe gegen Thüringer Behörden

14. Februar 2016 - 3:34 Uhr

Die Mitglieder im Neonazi-Untersuchungsausschuss machen den Thüringer Behörden im Fall der rechtsterroristischen NSU große Vorhaltungen. Bei einer Sitzung des Gremiums beklagten Abgeordnete in Berlin, Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz hätten in der Heimat der Terrorbande NSU nicht miteinander, sondern gegeneinander gearbeitet. Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Gera räumte ein, die Kooperation sei schlecht gelaufen. Auch das rechtliche Vorgehen gegen Neonazis im Land habe Mängel gehabt.

Die Mitglieder des 'Nationalsozialistischen Untergrunds' (NSU) stammen aus Thüringen. Die drei Neonazis, von denen nur noch die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe lebt, sollen zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Morde begangen haben. Das Trio war 1998 untergetaucht, die Fahndung nach ihnen verlief erfolglos. Erst im November 2011 flog die Bande auf.