Führende Corona-Forscher warnen

Selbst 2G reicht nicht mehr: Dieser Notfall-Plan soll die 4. Welle brechen

Zum Brechen der dritten Welle in der Corona-Pandemie will die Bundesregierung das Infektionsschutzgesetz verschärfen. Die Pläne für die bundesweite Notbremse sehen vor, dass der Bund mehr Macht in der Coronapolitik bekommen soll. Themenbild, Symbolbi
Forscher fordern einen kurzen, aber effektiven Lockdown.
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Corona-Experten fordern neuen Lockdown

Jetzt wird´s eng für Ungeimpfte! Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle wurden die Maßnahmen in vielen Regionen Deutschlands verschärft. Mittlerweile gilt in vielen Städten und Gemeinden die 2G-Regel. Heißt: Ungeimpften wird der Zugang zu den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens versperrt. Doch ist das die richtige Lösung? Führende Corona-Forscher sind skeptisch.

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Forschergruppe will schärfere Instrumente im Kampf gegen Corona

Die Zahl der Neuinfektionen hat die 50.000er Marke am Donnerstag geknackt, auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt, von 2.732 am Vortag auf 2.816. Es ist also höchste Zeit zum Handeln. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat bereits am Nachmittag einen Klinik-Gipfel in seinem Bundesland einberufen, der neue NRW-Ministerpräsident am kommenden Donnerstag zum großen Bund-Länder-Gipfel geladen. Spätestens dann könnte die 2G-Regel bundesweit eingeführt werden.

Doch laut einem „Zeit Online“-Bericht, soll auch das nicht reichen, um die vierte Corona-Welle zu brechen. So die Einschätzung führender Forscher wie der Physikerin Viola Priesemann, dem Soziologen Armin Nassehi, den Virologinnen Sandra Ciesek und Ulrike Protzer, dem Infektiologen Leif Erik Sander und den Epidemiologen André Karch und Kai Nagel.

Die Gruppe schlägt laut dem Bericht ein anderes Instrument vor: einen kurzen, aber effektiven Lockdown.

Effekt einer Boosterkampagne erst vier Wochen später spürbar

„Zwar sei eine schnelle Boosterkampagne das beste Mittel, um den Anstieg der Neuinfektionen zu stoppen“, so die Forscher laut „Zeit Online“. „Doch würde sich selbst durch einen raschen Anstieg der Auffrischungsimpfungen dieser positiver Effekt auf das Infektionsgeschehen erst etwa vier Wochen später zeigen.“

Eine Überlastung des Gesundheitssystems würde sich demnach nur mit schärferen Maßnahmen verhindern lassen. Und das wäre ein zweiwöchiger Lockdown.

Dieser müsse allerdings langfristig vorbereitet werden, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen abfedern zu können.

„Ein künftiger Lockdown könne etwa aus ​​Homeoffice und einer Testpflicht am Arbeitsplatz, kleineren Kindergartengruppen und Schulklassen, der Schließung von Restaurants und Geschäften sowie Kontaktbeschränkungen bestehen“, so die Experten. (mor)

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