Notaufnahme: Kostet die Behandlung bald Geld?

Die kassenärztliche Vereinigung Hessen fordert: Wer kein Notfall ist, soll in der Notaufnahme künftig 10 Euro zahlen.
Die kassenärztliche Vereinigung Hessen fordert: Wer kein Notfall ist, soll in der Notaufnahme künftig 10 Euro zahlen.
© dpa, Hauke-Christian Dittrich, hcd hoh jol

27. Juni 2018 - 11:23 Uhr

10-Euro-Gebühr soll Ansturm auf Notaufnahmen bremsen

Wer in die Notaufnahme des Krankenhauses kommt, soll künftig 10 Euro Gebühren zahlen. Und das noch vor der Behandlung – zumindest, wenn es nach der kassenärztlichen Vereinigung Hessen geht. Die Idee: Durch die Gebühr sollen all jede abgeschreckt werden, die mit ihren Beschwerden auch zum Hausarzt gehen könnten. Nur wer tatsächlich als Notfall eingestuft wird, soll sein Geld zurückbekommen.

Jeder dritte Patient ist kein Notfall

Mit der 10-Euro-Gebühr soll der Ansturm auf die Notaufnahmen gebremst werden. Oft warten Patienten stundenlang, die Ärzte stehen permanent unter Stress. Der Grund: Immer wieder kommen Menschen in die Notaufnahme, die sich zwar für einen Notfall halten, aber keiner sind. Jeder dritte Besucher hätte mit seinen Beschwerden auch zum Haus- oder Facharzt gehen können.

Das sei ganz klar an den Abrechnungsdaten zu erkennen, erklärt Frank Dastych von der kassenärztlichen Vereinigung Hessen, von der der Vorschlag kommt. "Nur wenn der Patient sich selber an den Kosten beteiligt, entstehen Steuerungseffekte. Dann denkt der Patient wirklich drüber nach: Muss ich jetzt ins Krankenhaus laufen? Oder gehe ich dahin, wo ich eigentlich hingehöre?", so Dastych.

Gute Idee oder Abzocke?

Doch es gibt auch Kritik an dem Vorschlag: Im schlimmsten Fall könnten Einkommensschwache von einem Arztbesuch abgehalten werden – auch wenn dieser wirklich notwendig ist.

Fest steht: Wer kein Notfall ist, der sollte entweder zum Hausarzt oder abends und am Wochenende zum ärztlichen Bereitschaftsdienst gehen. Dieser ist bundesweit kostenlos unter der Rufnummer 116117 zu erreichen.