Niedersachsens Kultusminister zeichnet Schulbild nach der Pandemie

Zwischen Bulimie-Lernen und neuen Freiheiten: Damit können Schüler jetzt rechnen

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warnt vor den Folgen des Home-Schoolings
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warnt vor den Folgen des Home-Schoolings
© deutsche presse agentur

10. Juni 2021 - 6:45 Uhr

Nach dem Stillstand droht die Tempoüberschreitung

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warnt davor, Schüler nach der langen Zeit im Homeschooling nun mit zu viel Lernstoff zu überfrachten. "Ganz klar: Die Idee, wir müssten jetzt in wenigen Wochen ein Schuljahr nachholen und mit hohem Druck und Tempo arbeiten, halte ich für den falschen Ansatz", sagte er mit Blick auf den Präsenzunterricht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Bulimie-Lernen ist nicht nachhaltig

"Es kann nicht vorrangig darum gehen, jetzt komprimiert Wissen in die Köpfe der Kinder zu trichtern. Das fällt unter den Begriff des Bulimie-Lernens, und das ist nicht nachhaltig." Die Kinder und Jugendlichen müssten erst Gelegenheit haben, die vergangenen Wochen und Monate aufarbeiten zu können. "Und das nicht nur bis zu, sondern auch noch nach den Sommerferien", ergänzte Tonne. Für das neue Schuljahr stellte er mehr Möglichkeiten für Klassenfahrten, Feste und Ausflüge in Aussicht. "Hier wollen wir ganz ausdrücklich mehr Freiheiten einräumen".

Schüler werden weiterhin mit Hygieneregeln Unterricht gestalten

Zugleich mahnte der Minister, auch ein niedriges Infektionsgeschehen dürfe nicht zu Sorglosigkeit führen. "Ich glaube, dass wir gut damit fahren, auch bei sehr niedrigen Inzidenzen an den Corona-Tests zweimal pro Woche, an den Hygieneregeln, am regelmäßigen Lüften, der Maskenpflicht außerhalb der eigenen Kohorte und auch am Kohortenprinzip insgesamt zumindest mal bis zu den Sommerferien bis auf Weiteres festzuhalten", sagte Tonne der "NOZ". (dpa/lsi)

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