Nach Maskenauftritt bei "Zurich Pride"-Demo

Fetisch-Politiker Niclas Ehrenberg zeigt seine Hundefotos

© Privat

21. Juni 2019 - 11:23 Uhr

Von Denise Kylla

Er läuft auf allen Vieren. Um seinen Brustkorb ist ein Geschirr geschnallt. Die Rede ist nicht etwa von einem Hund - also nicht von einem richtigen. Auch, wenn Niclas Ehrenberg eine Hunde-Ledermaske trägt. Der Grünen-Politiker hat einen Fetisch. Den zeigte er am Wochenende offen auf der "Zurich Pride"-Demo, um für mehr Toleranz zu werben. Doch statt Verständnis, habe er dann Morddrohungen bekommen. Im Interview mit RTL.de erklärte der 24-Jährige, was es mit der Aktion auf sich hatte.

"Ich mag die Kleidung auch privat"

"Ich habe bei der 'Zurich Pride'-Demo für mehr Toleranz demonstriert", sagte Niclas Ehrenberg. Er sei gemeinsam mit 50 Leuten in einer Gruppe mitgelaufen. Er selbst trug Kleidung, die er auch privat möge. Sein Auftritt mit Hundemaske sei nicht einfach nur Show gewesen. Den Fetisch lebe er gerne offen aus. "Ich finde, dass auch jeder Politiker so leben kann, wie er möchte", sagte er.

Doch ausgerechnet in seiner eigenen Partei käme das nicht gut an. "Was ich mache, ist in der Partei nicht gerne gesehen. Ich habe sogar schon Zuschriften bekommen, ich solle aus der Partei austreten." Die konservativeren Parteien wie die CDU seien ihm gegenüber aufgeschlossener gewesen.

Grünen-Politiker lässt sich nicht einschüchtern

Niclas Ehrenberg bei der "Zurich Pride"-Demo mit einem Hundespielzeug im Mund.
Niclas Ehrenberg bei der "Zurich Pride"-Demo mit einem Hundespielzeug im Mund.
© Privat

Doch es gebe noch schlimmere Anfeindungen. Sogar Morddrohungen habe er nach seinem Fetisch-Auftritt erhalten. "Vor meiner Haustür hing ein Galgen", erzählte der Grünen-Politiker. Doch einschüchtern lassen wolle er sich nicht. Immerhin wolle er nicht immer nur Toleranz fordern, sondern weiterhin auch aktiv etwas dafür tun. "Ich kenne viele, die fordern, aber nichts tun. Ich wollte mal was machen", erklärte er.

Seine Kandidatur von der 2020 anstehenden Kommunalwahl in Düsseldorf zog er trotzdem zurück. Der Druck sei zu groß geworden. Außerdem sei er sich bewusst, dass er wegen seines offenen Bekenntnis' zum Fetisch in Zukunft wohl kein Amt auf Kommunalebene bekleiden werde. Jetzt ziehe er in Erwägung, eine Fetisch-Partei zu gründen.