Club gehört Staatsfonds

Newcastle spielt jetzt im Saudi-Look

Das neue Trikot von Newcastle United.
Das neue Trikot von Newcastle United.
© Twitter/@aycazehraakcay

13. Mai 2022 - 10:46 Uhr

Neue Inhaber, neuer Look. Der englische Club Newcastle United gehört seit Ende 2021 zu großen Teilen dem saudi-arabischen Staatsfonds. Nun das: In der kommenden Saison spielt das Team mit einem Auswärtstrikot, das einem saudischen Nationaltrikot verdächtig ähnlich sieht.

Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen

Es erinnert etwas an das Russland-Gate des Formel-1-Rennstalls Haas in der vergangenen Saison. Der Renner VF-21 kam damals in den russischen Nationalfarben her. Es folgte ein Aufschrei. Die Farben waren eine Hommage an den damaligen russischen Hauptsponsor Uralkali, der dem Vater von Ex-Haas-Pilot Nikita Mazepin gehört (russische Nationalfarben waren bei offiziellen Sportevents eigentlich wegen eines Urteils des Sportgerichts zum Doping-Skandal verboten).

Nun ist im Netz das neue Auswärtstrikot von Newcastle United aufgetaucht, das man als Widmung an den neuen Besitzer interpretieren kann. Das Jersey ist weiß, dazu gibt es einen grünen Kragen, Streifen am Ärmel und Ausrüster- und Clublogo sind ebenfalls in Grün gehalten. Der Look erinnert stark an das Nationaltrikot von Saudi-Arabien. Zufall? Wohl eher nicht.

Vorwurf: Sportswashing durch Sport

Eine Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen.
Eine Ähnlichkeit der Trikots ist nicht von der Hand zu weisen.
© Imago Sportfotodienst

Seit Oktober 2021 hält der saudische Staatsfonds PIF 80 Prozent der Anteile des Clubs. 350 Millionen Euro soll die Übernahme Medienberichten zufolge den Kronprinzen Mohammed bin Salman gekostet haben.

Der Staatsfonds will Millionen in den Club pumpen. Den Klassenerhalt in der Premier League hat sich der zwischendurch stark abstiegsgefährdete Club mit einigen Zugängen immerhin gesichert. Mittelfristig soll es mit all den Millionen selbtstredend in die Champions League und nicht gegen den Abstieg gehen. Am besten dann im Saudi-Look. Auch bei den Absätzen im arabischen Land dürfte das Design sicher helfen.

Die Übernahme traf bei vielen Fans des krisengebeutelten Clubs auf Zustimmung, andere schüttelten den Kopf. Menschenrechtsorganisationen werfen Saudi-Arabien seit Jahren schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Amnesty International sieht in der Übernahme von Newcastle Uniteed durch den Staatsfonds Sportswashing. Das Image des Landes soll durch Sportevents aufpoliert werden. (msc)