Neuer Trend für Schokoriegel?

Balisto testet Papierverpackung statt Plastik

Umweltfreundlich und nachhaltig: Die Honig-Mandel-Variante von Balisto bekommt testweise eine neue Verpackung. (Quelle: Mars Wrigley).
Die Honig-Mandel-Variante von Balisto bekommt testweise eine neue Verpackung. (Quelle: Mars Wrigley)
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Plastik bei Balisto-Verpackung soll reduziert werden

Weniger Plastik, mehr Nachhaltigkeit: Unter diesem Motto testet der Süßwarenhersteller „Mars Wrigley“ eine neue Verpackung für den Schokorigel-Klassiker Balisto. Auch andere Hersteller experimentieren schon länger mit nachhaltigeren Verpackungen. Doch ist Papier wirklich eine umweltfreundliche Alternative?

Neue Balisto-Verpackung soll recyclebar und umweltschonend sein

Verbraucherinnen und Verbraucher legen immer mehr Wert auf umweltfreundliche und nachhaltige Verpackungsmaterialien. Vor rund einem Jahr kündigte der Süßwarenhersteller Ritter Sport an, seine quadratische Schokolade künftig nicht mehr in Plastik zu verpacken. Die Molkerei Andechser verpackt ihren Joghurt längst umweltfreundlich in Glas. Und auch die Tiefkühlwaren von Frosta gibt es seit knapp zwei Jahren im Papier- statt im Plastikbeutel.

Hier will einer der größten Schokohersteller nun nachziehen. Mars Wirgley, unter anderem bekannt für Naschwaren wie Snickers, Mars, Twix oder M&M`s, will seinen Schokoriegel-Besteseller Balisto nun in ein ökologisches Gewand tauchen. Dazu kooperiert der Süßwaren-Hersteller mit der Supermarktkette Edeka. In einem Pilotprojekt im Raum Hannover, sollen alle Balisto-Riegel der Variante Honig-Mandel in einer recyclebaren Papier-Verpackung verkauft werden.

Papier-Verpackung nicht zwingend die bessere Alternative

Die Honig-Mandel-Variante von Balisto bekommt eine umweltfreundliche Verpackung. (Quelle: Mars Wrigley)
Papier statt Plastik: So soll die neue Verpackung der Honig-Mandel-Variante von Balisto aussehen. (Quelle: Mars Wrigley)
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„Ein Produkt ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn es auch nachhaltig verpackt ist. Zum ersten Mal bieten wir einen Schoko-Keks-Riegel in papierbasierter Verpackung an“, erklärt Laurence Etienne, Geschäftsführerin Mars Wrigley Deutschland.

Auf den ersten Blick ändert sich an der neuen Verpackung nicht viel. Dass es sich um eine Papier-Verpackung handelt, erkennen Verbraucherinnen und Verbraucher an einem kleinen Logo oben links. Die grüne Kennzeichnung mit der Aufschrift „paper based packaging“ weist Liebhaber der Honig-Mandel-Variante künftig auf die umweltschonende Verpackung hin.

Doch ob eben jene papierbasierten Verpackungen tatsächlich nachhaltiger sind und ein Trend in der Verpackungsindustrie auslösen könnten, ist umstritten. Denn für die Papiergewinnung müssen Bäume gefällt werden. Die Wälder, die dafür weichen müssen, werden nicht immer aufgeforstet. Für die Natur und die ökologische Diversität stellt das ein großes Problem dar. Verpackungen mit einem deutlich besseren biologischen Fußabdruck sind unter anderem sogenannte Biokomposite aus Zellen der Tabakpflanze oder aus Polymilchsäure.

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Immer mehr Verbraucher wollen nachhaltige Lebensmittel

Bis 2025, erklärt „Mars Wirgley“ auf seiner Homepage, sollen alle Verpackungen recycelbar, kompostierbar oder wiederverwendbar sein. Ziel sei es außerdem, den Verbrauch von Neu-Plastik um 25 Prozent zu reduzieren. Das Pilotprojekt sei hier ein weiterer Baustein.

In der Lebensmittelindustrie scheint sich allmählich das Bewusstsein für eine umweltfreundliche Produktions-und Vermarktungsstrategie zu schärfen. Immer mehr Hersteller reduzieren Plastik und setzen auf unter fairen Bedingungen produzierte Rohstoffe. Damit passt sich die Lebensmittelbranche an die Bedürfnisse der Kunden an. Denn denen werden fair gehandelte Lebensmittel, die unter fairen und ökologisch wertvollen Bedingungen einstehen immer wichtiger. So kauften laut Öko-Barometer des Bundeslandwirtschaftsministeriums im vergangenen Jahr immer mehr Menschen in Deutschland Bio-Lebensmittel.