Arachnophobie

Neue Therapie? Mit Spiderman erfolgreich Spinnenangst bekämpfen

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3. Mai 2019 - 11:40 Uhr

Spiderman und Ant-Man im Kampf gegen die Angst

Kann ausgerechnet der Spinnenmann gegen Spinnenangst helfen? Ein israelisches Forscherteam ist davon überzeugt und liefert gleich den Nachweis: Alleine nur das Anschauen von Spiderman- oder Ant-Man-Filmen reduziert die Angst vor Spinnen oder Ameisen erheblich.

Israelische Angst-Studie zeigt Wirkung

Wissenschaftler der Ariel Universität und Bar-Ilan Universität haben insgesamt 424 Studienteilnehmern, die Angst vor Spinnen oder Ameisen haben, kurze Szenen aus Spiderman 2 und Ant-Man vorgespielt. Das verblüffende Ergebnis: Die Angst-Symptome der Teilnehmer konnten auf diese Weise um 20 Prozent gesenkt werden.

Allerdings kann nicht jeder Superheld reale Ängste bekämpfen. Einer Kontrollgruppe wurde ein kurzer Zusammenschnitt aus Marvel-Filmen mit allen möglichen Superhelden gezeigt. Die Teilnehmer blieben genauso ängstlich wie vorher.

Superhelden-Blockbuster schauen als Angst-Therapie

Dagegen konnte Spiderman erfolgreich die Arachnophobie (Spinnenangst) bekämpfen und Ant-Man zeigte Wirkung gegen Myrmecophobie (Angst vor Ameisen). Das Anschauen der beiden Superhelden könnte sich als Therapie-Alternative bewähren. Immerhin ist die Angst vor Spinnen weit verbreitet, alleine in Deutschland leiden rund zehn Prozent der Bevölkerung darunter.

Bislang können Angstpatienten vor allem mit einer Verhaltenstherapie ihre Ängste überwinden. Dabei wird der Angstpatient mit einer echten Spinne konfrontiert. Allerdings muss der Patient die Therapie durchhalten, sonst kann sich die Angst sogar vergrößern. Für viele Phobiker ist das ein Grund, erst gar keinen Therapieversuch zu starten.

Das israelische Forscherteam will jetzt weitere Studien durchführen und Superhelden-Filme auch in der Traumatherapie einsetzen. Immerhin konnte bislang jeder Superheld erfolgreich seine eigenen Ängste überwinden.