Arbeitsminister Heil: 1,3 Millionen Rentner, vor allem Frauen sollen profitieren

Die ersten Neu-Rentner bekommen ihre Grundrenten: So kommen Sie an Ihren Zuschlag!

21. Juli 2021 - 9:55 Uhr

Heil: "Wer jahrzehntelang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, wird im Alter künftig besser dastehen!"

Die ersten Neu-Rentner haben ihn heute im Briefkasten – den Bescheid zur Grundrente. Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten sollen jetzt die Zahlungen der Rentenversicherung an Ruheständler, die neu in Rente gehen, ausgezahlt werden – und das rückwirkend auch ab Januar 2021.

Bis Ende 2022 kann es dauern bis die letzten Fälle der insgesamt rund 26 Millionen zu prüfenden Renten bearbeitet sind. Doch wer bekommt jetzt den Zuschlag zur Rente und wie viel wird ausgezahlt? Und was ist mit den sozial Schwachen in der Gesellschaft? Bekommen auch Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger was vom Grundrenten-Kuchen ab? Klar ist: Den Zuschlag auf die Rente gibt´s nicht für jeden, aber besonders Frauen sollen profitieren.

Wer bekommt die Grundrente ?

Als individueller Zuschlag zur Rente soll die Grundrente denjenigen zustehen, die jahrzehntelang zu einem unterdurchschnittlichen Einkommen gearbeitet haben. Die Auszahlung der Grundrente sei keine Frage der Bedürftigkeit, sondern des Anspruchs, den sich Menschen durch Arbeit erworben hätten. Daher kläre die Rentenversicherung, wem die Grundrente zusteht, so Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD). Das heißt: Konkret müssen mindestens 35 Jahre an sogenannten Grundrentenzeiten vorhanden sein, um den Zuschlag zur Rente in Gänze erhalten zu können. Rentner, die aber mindestens 33 Jahre, aber weniger als 35 Jahre mit Grundrentenzeiten zurückgelegt haben, erhalten den Zuschlag gestaffelt.

Zu den Grundenrentenzeiten werden diese Versicherungszeiträume gezählt:

  • Pflichtbeiträge aus Berufstätigkeit oder Selbstständigkeit,
  • Pflichtbeitragszeiten für Kindererziehung und Pflege,
  • Zeiten der Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation,
  • Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung und Pflege,
  • Ersatzzeiten (das sind zum Beispiel Zeiten des Kriegsdienstes, der Kriegsgefangenschaft oder der politischen Haft in der DDR).

Zum Anspruch auf die Grundrente ergänzte Heil: "Die Grundrente steht nicht jedem zu! Jedem steht aber zu, dass es mindestens Grundsicherung gibt, wenn er alleine nicht über die Runden kommt, aber, dass diejenigen, die nicht gearbeitet haben und diejenigen, die gearbeitet haben, dann auf der gleichen Höhe sind – das war nicht gerecht!" Insofern freue sich Heil für diejenigen, denen die Grundrente nun zustehe. "Ich bitte die anderen nicht neidisch zu sein, denn das sind Dinge, die Menschen erworben haben", so der Arbeits- und Sozialminister.

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Keine Grundrente für Zeiten des Arbeitslosengeld-Bezuges oder in der Schwangerschaft

Zu beachten gilt allerdings: In den 33 Jahren der Mindestversicherungszeit zählen keine Zeiten, in denen beispielsweise Arbeitslosengeld I und II bezogen wurde sowie

  • Zeiten der Schulausbildung,
  • Altersrenten: Monate mit Beiträgen nach Rentenbeginn,
  • Schwangerschaftszeiten,
  • Monate aus einem Versorgungsausgleich/Rentensplitting,
  • die Zurechnungszeit, also der für die Rente fiktiv verlängerte Versicherungsverlauf zur Erhöhung einer Erwerbsminderungsrente oder einer Rente wegen Todes sowie
  • freiwillige Beiträge und Zeiten einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) ohne eigene Beitragszahlung.

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So viel wird ausgezahlt

Durchschnittlich soll es nach Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales einen Zuschlag von 75 Euro zur regulären Rente dazu geben und als Teil der gesetzlichen Rente ausgezahlt werden. Der monatliche Zuschlag kann im Höchstfall etwas über 400 Euro betragen. Um den Zuschlag zu erhalten, müssen Rentner nichts weiter machen, denn: die Grundrente wird automatisch überwiesen – ein Antrag muss also nicht gestellt werden. (dpa/lwe)