Neue Gefahr im Nachtleben

Werden junge Frauen in Clubs mit Drogennadeln bewusstlos gemacht?

Menschen feiern in einer Disco. Foto: Sophia Kembowski/dpa/Symbolbild
Menschen feiern in einer Disco. Foto: Sophia Kembowski/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

24. Oktober 2021 - 9:51 Uhr

Nottingham: 19-Jährige soll im Nachtclub mit Spritze betäubt worden sein

Sarah Buckle soll eines der Opfer sein, die mit einer Spritze in einem Nachtclub in der englischen Stadt Nottingham bewusstlos gemacht worden sein soll. Die 19-Jährige war am 28. September tanzen, als ihr plötzlich schlecht und schwindelig wurde. Sie erinnert sich noch, dass Clubbesucher ihr dabei halfen sich hinzusetzen, am nächsten Tag wachte Sarah im Krankenhaus auf.

Auch andere Injektions-Opfer melden sich - alles junge Studentinnen

Die Studentin erzählt in einem "BBC"-Interview, dass sie noch weiß, wie sie von jetzt auf gleich nicht mehr sprechen konnte: "Ich erzählte etwas und plötzlich habe ich kein einziges Wort mehr rausbekommen. Dann drehte sich der Kopf und jemand half mir, mich hinzusetzen, aber dann habe ich es nicht mehr geschafft, aufzustehen."

Als Sarah am nächsten Morgen im Krankenhaus aufwachte, entdeckte sie einen Nadeleinstich in ihrer Hand, der brannte und zu pochen begann. Die 19-Jährige sei verängstigt: "Es ist so erschreckend. Ich habe immer auf mein Getränk geachtet, es abgedeckt, aber wie willst du verhindern, dass jemand auf dich einsticht?"

Nachdem der Fall von Sarah Buckle öffentlich wurde, rief eine andere Studentin eine Petition ins Leben, Zara Owen. Auch sie gibt an, auf diese Weise in einer Disco in Nottingham betäubt worden zu sein. Sie brach kurz nach ihrer Ankunft in dem Club zusammen und entdeckte kurze Zeit später Nadeleinstiche in ihrem Oberschenkel.

Disco
Eine Petition fordert nun, dass Clubs für Frauen sicherer gemacht werden sollen. (Foto: Symbolbild)
© dpa, Britta Pedersen, sab alf

Petition für mehr Sicherheit in Nachtclubs gestartet

Frauengruppen aus über 30 Universitäten haben sich der Online-Kampagne angeschlossen, die zum Boykott von Nachtclubs aufruft. Die Aktivistinnen fordern, dass Clubs für Frauen sicherer gemacht werden sollen. Durch strengere Einlasskontrollen, grundsätzliche Getränke-Abdeckungen, die Installation von Überwachungskameras und eine bessere Schulung des Personals beispielsweise.

Die Petition hat bereits über 130.000 Unterschriften gesammelt. Die meisten kommen wohl aus Nottingham, ein besonders bei Studenten beliebter Stadtteil. Und es haben sich wohl auch weitere Opfer gemeldet. Die Polizei prüfe die Fälle jetzt, heißt es in dem Bericht. (mca)