18. Juni 2019 - 13:23 Uhr

Vom Baumarkt in die Medizin

Hört sich an wie in einem Science-Fiction-Film, ist aber Realität: Forscher des Technion-Israel Institute of Technology und des Boston Children's Hospital haben eine Heißklebepistole entwickelt, um Wunden zusammenzukleben. Wie das funktioniert?

Bessere Wundversiegelung mit einer Heißklebepistole?

Mit Heißklebepistolen lassen sich nicht nur Pappmöbel, Wohnaccessoires und Spielzeug zusammenstellen, sondern auch Wunden verkleben. Die meisten schweren Verletzungen werden derzeit mit Heftklammern und Stichen behandelt, die viele Nachteile haben: Sie sind schmerzhaft, hinterlassen Narben, erfordern hohe ärztliche Fähigkeiten und müssen manchmal entfernt werden, nachdem das Gewebe verheilt ist.

Daher kann medizinischer Klebstoff zu verbesserten medizinischen und kosmetischen Ergebnissen führen. Jedoch sind die in der Dermatologie verwendeten Klebstoffe teils sehr giftig und können nur auf der Hautoberfläche verwendet werden. Darüber hinaus kann das Aushärten des Klebstoffs das Organ weniger flexibel machen. Angesichts dieser Einschränkungen haben Forscher lange versucht, einen ungiftigen Klebstoff zu entwickeln, der für verschiedene Gewebe geeignet und nach dem Aushärten flexibel ist. Solch ein Klebstoff müsste sich auch im Körper zersetzen, nachdem das Gewebe zusammengeschmolzen ist. Mit der neuen Erfindung, könnte dies jetzt möglich sein!

So funktioniert der Super-Kleber

In einem kürzlich in der Fachzeitschrift "Advanced Functional Materials" veröffentlichten Artikel stellen der Laborleiter von Technion Biomaterials, Prof. Boaz Mizrahi und die Doktorandin Alona Shagan die Erfindung vor, die all diese Kriterien erfüllt.

Der verwendete Kleber wird von einer speziellen medizinischen Klebepistole geliefert, die den Kleber auf eine angepasste Temperatur erwärmt - genau über der des Körpers - um keine Verbrennungen zu verursachen, erklärt Mizrahi gegenüber ISRAEL21c. Nachdem der Klebstoff direkt auf die Wunde gedrückt wurde, härtet er schnell aus und haftet fest an beiden Wundrändern. Der getrocknete Kleber zersetzt sich innerhalb weniger Wochen, sodass nichts entfernt werden muss.