Corona-Regeln

Gartencenter, Fußpflege und Freizeitsport: Diese Bundesländer lockern bereits

Gartencenter öffnen wieder
Gartencenter öffnen wieder
© dpa, Mohssen Assanimoghaddam, ass jai

03. März 2021 - 9:09 Uhr

Neue Corona-Regeln: Das sind die Pläne der Länder

Noch vor dem nächsten Corona-Gipfel am Mittwoch gibt es Lockerungs-Signale in einigen Bundesländern. Blumenläden, Musikschulen oder "Private Shopping". Jetzt wurde auch das ursprünglich bis Sonntag geltende Betretungsverbot für Osteseebad Travemünde in Schleswig-Holstein aufgehoben.

Die angekündigten Pläne der Bundesländer in der Übersicht:

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Baden-Württemberg

Seit dem 1. März dürfen im Südwesten Deutschland neben Friseuren und Nagelstudios auch Gartencenter, Baumärkte und Blumenläden öffnen. Auch Baumschulen sind nicht mehr geschlossen.

Außerdem gibt es einem rege Diskussion darüber, andere Bereiche wie weiterführende Schulen und auch den Einzelhandel wieder zu öffnen. Ab dem 8. März soll hier das Einkaufen mittels "Click and Meet" möglich sein. Dabei dürfen Kunden nach vorher vereinbartem Termin wieder einzeln im Laden einkaufen gehen.

Bayern

Bayern erlaubt ab Anfang März wieder körpernahe Dienstleistungen. Für die Anbieter von Fußpflege, Maniküre oder Gesichtspflege gelten ab dann die gleichen Regelungen wie für Friseure, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann sagt.

Im Handel dürfen Gartenmärkte, Blumenläden, Gärtnereien, Baumschulen und Baumärkte wieder Kunden empfangen.

Zudem können Musikschulen wieder Einzelunterricht anbieten in den Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liege.

Berlin

Der Berliner Senat will voraussichtlich einen eigenen Öffnungsplan in die Bund-Länder-Beratungen einbringen, der derzeit noch in Arbeit ist. An diesem Dienstag diskutierte der Senat zunächst über eine Vorlage für einen Stufenplan, der mögliche Lockerungen etwa in Handel, Gastronomie oder Kultur vorsieht.

Demnach soll der Lockdown zwar über den 7. März hinaus verlängert werden. Öffnungen soll es je nach Infizierten- und Ansteckungszahlen sowie Klinikauslastung dann aber geben - und zwar genau abgestuft zum Beispiel für Sport in Kleingruppen für Kinder bis 12, für Restaurant-Terrassen, für Geschäfte unter Einhaltung der Zehn-Quadratmeter-Regelung pro Kunde sowie für Theater und Kinos.

Brandenburg

In Brandenburg dürfen ab dem 1. März neben Friseursalons auch Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen. Das gab Ministerpräsident Dietmar Woidke nach einer Kabinettssitzung bekannt. Diese Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind bereits nach der aktuellen Verordnung möglich, die noch bis zum 7. März gültig ist.

Zudem legte Woidke einen Stufenplan für weitere Öffnungsschritte vor, den er bei der Bund-Länder-Runde am 3. März einbringen will. "Aus Brandenburger Sicht sollte dem Einzelhandel, den Museen, den Ausstellungen, dem Sport im Außenbereich, den Veranstaltungen unter freiem Himmel eine Perspektive möglichst noch vor Ostern gegeben werden", sagte der SPD-Politiker. Das sei aber abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen und dem weiteren Impfen. Auch sollen weiter Abstand gehalten und Masken wo nötig getragen werden

Bremen

In Bremen öffnen zum 1. März vorerst nur die Friseure und Gartenmärkte. Weitere Modelle, wie "Click and Meet" sind zwar angedacht, aber weder beschlossen noch ungesetzt. Weitere Öffnungen sind auch erst mal nicht geplant.

Hamburg

Die Stadt Hamburg verschärft derweil ihre Maskenpflicht. Überall dort, wo man den Mindestabstand von 1,5 Meter erkennbar nicht einhalten kann, gilt eine Maskenpflicht, teilt der Senat mit.

Darüber hinaus müssten Erwachsene künftig grundsätzlich auf Spielplätzen eine Maske tragen. In hochfrequentierten Bereichen wie den Landungsbrücken, dem Jungfernstieg, an Alster und Elbe soll ebenfalls grundsätzlich eine Maskenpflicht gelten, die die Polizei mit Schwerpunktkontrollen durchsetzen will.

Eine vorzeitige Öffnung von Blumenläden und Gartencenter könne nicht verantwortet werden, sagte ein Senatssprecher.

Hessen

Auch in Hessen dürfen seit dem 1. März wieder Friseure und andere Betriebe für medizinisch und hygienisch notwendige Behandlungen öffnen. Dazu gehören auch Fußpflegepraxen und Nagelstudios.

Für die nahe Zukunft sind in einem Vier-Stufen-Plan als erstes sogenannte "Click and Meet"-Einkäufe im Einzelhandel geplant. Auch Freizeit- und Kultureinrichtungen sollen in dieser erste Stufe wieder öffnen dürfen. Entschieden ist das aber noch nicht. Das soll am 4. März, also einen Tag nach dem Treffen mit der Kanzlerin, passieren.

Gegebenfalls rund um Ostern will Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier auch Indoor-Kultureinrichtungen und den gesamten Einzelhandel öffnen lassen. Bedingung ist die Einhaltung der Hygienerichtlinien. Außerdem wäre dann eine Öffnung der Gastronomie unter freiem Himmel wieder möglich.

Ab April sollen Gäste dann auch Schritt für Schritt in geschlossenen Räumen bewirtet werden dürfen und alle Grundschüler wieder in den Präsenzunterricht gehen.

Ab Mai soll dann die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden abgeschafft werden und auch Veranstaltungen mit bis 150 Besuchern erlaubt sein. Alle Schüler sollen dann in den Präsenzunterricht gehen. Auch Bordelle sollen dann wieder öffnen dürfen.

Mecklenburg-Vorpommern

Neben Friseursalons dürfen in Mecklenburg-Vorpommern vom 1. März an auch Gartenbaucenter wieder öffnen. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und darunter je 100.000 Einwohner dürfen auch Kosmetiker, Fußpfleger und Nagelstudios wieder Kunden empfangen.

In den übrigen Regionen treten diese Regelungen eine Woche später am 8. März in Kraft. Dann dürfen Besucher auch wieder in die Außenbereiche der Zoos kommen.

Zudem wurde ein Stufenplan zur Beendigung des Lockdowns vereinbart. Demnach soll der Einzelhandel mit begrenzter Kundenzahl wieder öffnen, sobald landesweit der Inzidenzwert stabil unter 35 liegt. Öffentliche und private Schulen sollen dann generell wieder zum Regelbetrieb übergehen. Etwas später können auch Museen öffnen und Märkte abgehalten werden. Ausgenommen bleiben jeweils Hochrisiko-Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen von über 150.

Zeitversetzt sollen später Gaststätten und Hotels zunächst nur für Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern öffnen. Konkrete Starttermine wurden nicht genannt.

Niedersachsen

Damit es nicht zu Shopping-Tourismus kommt, hat sich die Landesregierung in Hannover eng mit dem Bremer Bürgemeister abgestimmt. Auch in Niedersachsen öffnen vorerst nur Friseure, sowie Blumen- und Gartencenter. Eine Ausnahme gibt es aber doch: Fahrradgeschäfte dürfen im Nordwesten wieder ihre Türen öffnen.

Wie es nach dem Bund-Länder-Gipfel weitergeht, ist noch nicht beschlossen. Im Raum stehen aber Reise-Erleichterungen rund um die Osterferien und eine Rückkehr aller Schüler innerhalb der nächsten Wochen.

NRW

Seit dem 22.Februar gelten in NRW bereits einige Lockerungen:

Aktivitäten auf Sportanlagen im Freien sind wieder erlaubt, wenn höchstens zwei Personen zusammen trainieren - wie etwa beim Tennis. Sind nur Personen aus einem Hausstand gemeinsam aktiv, dürfen auch mehr als zwei Menschen gemeinsam Sport treiben. Sporthallen und Schwimmbäder bleiben hingegen geschlossen.

In Musikschulen darf wieder Einzelunterricht erteilt werden - allerdings nur für Kinder bis zum Grundschulalter.

Auch Hundeschulen dürfen unter besonders scharfen Abstands-Regeln wieder einzelne Veranstaltungen im Freien anbieten. Diese Regelung gilt insgesamt für Bildungsangebote im Freien.

Für Hobbygärtner gilt: Bau- und Gartenmärkten dürfen dann wieder Gemüsepflanzen und Saatgut (etwa Samen, Zwiebeln, Pflanzkartoffeln) sowie nötiges Zubehör verkaufen. Das übrige Sortiment der Märkte darf für die Kunden aber nicht angeboten werden. Bislang war lediglich der Verkauf von Schnittblumen und verderblichen Topfpflanzen erlaubt.

Ab dem 1. März dürfen auch nicht medizinische Fußpflege- und Friseurdienstleistungen wieder angeboten werden. Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios müssen hingegen weiter geschlossen bleiben.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz soll Einkaufen in Bekleidungsgeschäften ab nächster Woche nach Terminvereinbarung wieder möglich sein. Nach vorheriger Vereinbarung könnten Einzeltermine vergeben werden und immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten, teilt Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit. "Das ist zum Beispiel für Bekleidungsgeschäfte und Brautmodenläden eine Perspektive." Bei den Einzelterminen gelten die Maskenpflicht und die Pflicht zur Kontakterfassung. Würden mehrere Einzeltermine für einen Tag vergeben, so sei ein Zeitraum von mindestens fünfzehn Minuten zwischen Ende und Anfang der jeweiligen Termine freizuhalten, um Hygienemaßnahmen vorzunehmen und zu lüften.

Neben Friseuren können von Montag an auch Blumenläden, Fahrschulen, Fußpflege und Tierparks öffnen. Garten- und Baumärkte dürfen ein "gartencenter-typisches Sortiment" verkaufen, aber nur draußen.

Einzelunterricht in Musikschulen ist auch wieder möglich - außer Gesang und das Spielen auf Blasinstrumenten

Saarland

Ab 8. März starten im Saarland auch alle weiteren Schulen zunächst in den Wechselunterricht. Dies hat die saarländische Landesregierung entschieden. Zu Wochenbeginn waren bereits die Grundschulen und Primarstufen der Förderschulen aus Präsenzunterricht und Distanz-Lernen in den Wechselbetrieb gestartet.

Ab dem 15. März soll es für die Schüler der Klassenstufe 11 am Gymnasium und der Klassenstufe 12 an der Gemeinschaftsschule täglichen Präsenzunterricht geben. An beruflichen Schulen könne die Beschulung bereits ab dem 8. März im wöchentlichen Wechsel erfolgen, hieß es.

Sachsen

Zusaätzlich zu Friseuren und Fußpflegepraxen dürfen in Sachsen auch Fahr- und Musikschulen wieder öffnen. Allerdings gilt hierfür jeweils die Einschränkung, dass nur diejenigen Unterricht nehmen dürfen, die Führerschein und Musikstunden beruflich – also für ein Musikstudium oder einen beruflichen Führerschein – benötigen. Das alles läuft innerhalb der ersten Stufe des vierstufigen Lockerungsplans der Landesregierung.

Als nächstes soll dann auch Freiluftsport ohne Kontakt wieder möglich sein. Dabei darf eine Gruppengröße von 15 nicht überschritten werden. Außerdem sollen Museen, Autokinos und Bibliotheken mit vorheriger Termibvergabe wieder für Besucher öffnen.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt dürfen neben den Schulen und Friseuren ab März auch mehrere Wirtschaftszweige wieder öffnen. Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden sowie Baumärkte, Fahr- und Flugschulen könnten ab kommender Woche wieder den Betrieb aufnehmen, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach einer Kabinettssitzung an. Außerdem sollen Spitzensportler wieder trainieren dürfen. Neben den allgemeinbildenden Schulen sollen auch Sportschulen wieder öffnen dürfen.

Am Dienstag will das Kabinett zudem einen Öffnungsplan für Sachsen-Anhalt beschließen. Der Entwurf sieht unter anderem eine schrittweise Lockerung der Kontaktbeschränkungen vor, wie die Staatskanzlei mitteilte. Der erste Schritt soll greifen, sobald die Zahl der Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt pro Woche und 100.000 Einwohner fünf Tage lang unter 50 liegt. Dann sollen etwa Treffen mit bis zu fünf weiteren Personen erlaubt werden, statt wie derzeit mit nur einer.

Im Einzelhandel dürfen Verkäufer sich dann nach vorheriger Terminvereinbarung mit bis zu zwei Kunden zur Verkaufsberatung treffen.

Auch Übernachtungen auf Campingplätzen sollen dann wieder erlaubt sein. Sobald der Wert fünf Tage lang unter 35 liegt, soll der zweite Schritt folgen. Dann sollen unter anderem der Einzelhandel und Restaurants unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen dürfen. In dem Entwurf sollen neben den Infektionswerten auch Faktoren wie der Fortschritt beim Impfen, die Ausbreitung mutierter Virus-Varianten und die Auslastung der Krankenhäuser eine Rolle spielen.

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident gilt als einer der Befürworter von umfangreichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen und hat deshalb mit seinem Kabinett die weitreichendsten Öffnungen beschlossen.

Im nördlichsten Bundesland dürfen Friseure, Zoos, Wildparks, Gartenbaucenter, Nagelstudios und Blumenläden wieder öffnen. Außerdem sind die Freiluft-Sportanlagen in Schleswig-Holstein seit dem 1. März wieder geöffnet. Ab 8.März soll dann auch Einkaufen per "Click and Meet" wieder möglich sein.

Einzige Ausnahme ist die Stadt Flensburg. Weil dort wegen der Nähe zu Dänemark die Inzidenzzahlen noch immer hoch sind. Dort greifen all diese Öffnungen nicht und Menschen dürfen sich gar nicht mit anderen Treffen. Ausnahme: Alleinstehende.

Ansonsten richtet sich die Öffnungsstrategie nach den Inzidentwerten. Den genauen Stufenplan können Sie bei uns nachlesen.

Thüringen

Thüringen kämpft aktuell mit den meisten Coronainfektionen pro 100.000 Einwohner. Mit 126 hat das es Land bundesweit am schwersten erwischt. Trotzdem dürfen seit dem 1. März Gartenmärkte, Friseure, Baumschulen, Gärtnereien und Fahrschulen wieder ihren Dienst aufnehmen. Für alle weiteren Branchen wurde der Lockdown aber schon vor dem Bund-Länder-Gipfel bis zum 15.März verlängert. Das heißt, weitere Öffnungen sind bis mindestens dann ausgeschlossen.

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